Opec+, Angebots-Drosselung

Ölkoalition Opec+ verlĂ€ngert Angebots-Drosselung

02.06.2024 - 16:58:58

Um den Ölpreis zu stabilisieren, wollen die Opec+-FörderlĂ€nder ProduktionskĂŒrzungen beibehalten. Analysten zufolge ist die Nachfrage nach Erdöl schwĂ€cher als gedacht, werde sich aber steigern.

Ölproduktions-Staaten der Gruppe Opec+ setzen weiter auf eine restriktive Förderpolitik. Die seit November 2022 bestehenden ProduktionsbeschrĂ€nkungen im Umfang von zwei Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag sollen bis Ende 2025 verlĂ€ngert werden, mit Ausnahme einer kleinen Erhöhung fĂŒr die Vereinigten Arabischen Emirate, wie die Staaten nach Beratungen mitteilten.

Die Gesamtfördermenge beliefe sich nach diesen Angaben auf 39,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag. Zu der Gruppe Opec+ gehören die großen Ölförderer Saudi-Arabien und Russland, nicht aber der mit Abstand weltweit grĂ¶ĂŸte Produzent, die USA. Mit den Maßnahmen soll der Ölpreis gestĂŒtzt werden.

8 der 20 Opec+-LĂ€nder beschlossen nach Angaben der Organisation zudem, ihre im April 2023 beschlossene freiwillige ProduktionskĂŒrzung im Umfang von 1,65 Millionen Barrel pro Tag bis Ende nĂ€chsten Jahres zu verlĂ€ngern. Dazu gehören Russland und Saudi-Arabien. Eine weitere freiwillige EinschrĂ€nkung im Umfang von 2,2 Millionen Barrel pro Tag, die seit November 2023 bestand, wurde bis Ende September dieses Jahres verlĂ€ngert. Diese ProduktionseinschrĂ€nkung soll monatsweise bis September 2025 aufgehoben werden.

Das Ergebnis entsprach im Prinzip den Erwartungen der Analysten. Die weltweite Nachfrage nach Erdöl entwickelt sich aus Sicht der Internationalen Energieagentur (IEA) schwĂ€cher als bislang gedacht. Die schwache Industriekonjunktur und ein milder Winter hĂ€tten den Ölverbrauch insbesondere in Europa gedĂ€mpft, wo auch der sinkende Anteil von Dieselfahrzeugen den Verbrauch verringere, hieß es Mitte Mai von der IEA. Doch die Agentur erwartet, dass die Nachfrage im Rest des Jahres steigt.

Die von Saudi-Arabien dominierte Organisation erdölexportierender LĂ€nder (Opec) in Wien kooperiert seit 2017 mit anderen FörderlĂ€ndern unter der FĂŒhrung Russlands, um das globale Angebot und damit auch die Preise zu steuern. Gemeinsam sind sie als Opec+ bekannt. Von den 102 Millionen Barrel Öl, die im ersten Quartal dieses Jahres tĂ€glich weltweit produziert wurden, kamen rund 40 Prozent von der Opec+.

Das Treffen fand in Riad statt. Einige Teilnehmer waren online zugeschaltet.

@ dpa.de