Zustandsbericht: Bahnnetz nicht weiter verschlechtert
15.04.2025 - 15:03:36Der Zustand des Schienennetzes in Deutschland hat sich der Deutschen Bahn zufolge erstmals seit Jahren nicht weiter verschlechtert. Im sogenannten Netzzustandsbericht vergab der bundeseigene Konzern fĂŒr das gesamte Bahnnetz fĂŒr 2024 eine Schulnote von 3,0, nach 3,03 im Vorjahr.
«Wir haben die Verschlechterung des Zustandes unserer Infrastruktur gestoppt», teilte der Chef der Infrastrukturgesellschaft DB InfraGo, Philipp Nagl, mit. Grund dafĂŒr seien vor allem die hohen Investitionen ins Schienennetz. Fast 20 Milliarden Euro seien im vergangenen Jahr verbaut worden. «Jetzt kommt es darauf an, diese Mittel langfristig zu verstetigen â dann kann eine echte Trendwende gelingen», betonte Nagl. «Denn trotz des jetzigen Erfolgs sind viele unserer Anlagen und Bahnhöfe unverĂ€ndert in keinem guten Zustand.»Â
WĂ€hrend Gleise, Weichen, Oberleitungen und Bahnhöfe in groĂem Umfang erneuert wurden, gibt es bei der Leit- und Sicherheitstechnik weiter Nachholbedarf. Dazu gehören die Stellwerke, von denen sich deutlich mehr als die HĂ€lfte in mindestens «schlechtem» Zustand befindet. Der Anteil ist im Vergleich zum Vorjahr sogar noch einmal gestiegen. Viele der Anlagen sind mehr als 100 Jahre alt und mĂŒssen von Hand bedient werden.
Den weiterhin schlechten Zustand der Infrastruktur spĂŒren die FahrgĂ€ste tĂ€glich. Allein im MĂ€rz war aufgrund der zahlreichen Baustellen im Netz ein gutes Drittel aller FernzĂŒge mit VerspĂ€tungen unterwegs - ZugausfĂ€lle nicht eingerechnet. Bis 2027 soll sich die PĂŒnktlichkeitsquote im Zuge eines groĂangelegten Sanierungsprogramms auf 75 bis 80 Prozent erhöhen.









