Faeser ordnet mehr Grenzkontrollen ab nÀchste Woche an
09.09.2024 - 15:42:14Die zusĂ€tzlichen Kontrollen sollen am 16. September beginnen und zunĂ€chst einmal sechs Monate andauern, wie am Montag aus Regierungskreisen bekannt wurde. Als GrĂŒnde fĂŒr die nun angeordneten Kontrollen genannt wurden neben der Begrenzung der irregulĂ€ren Migration auch der Schutz der inneren Sicherheit vor aktuellen Bedrohungen durch den islamistischen Terrorismus und vor grenzĂŒberschreitender KriminalitĂ€t.
Nach dem Migrationstreffen mit Unionsfraktion und LĂ€ndervertretern in der vergangenen Woche habe die Regierung nun zudem ein "Modell fĂŒr europarechtskonforme und effektive ZurĂŒckweisungen entwickelt", hieĂ es aus Regierungskreisen weiter. Dieses Modell gehe ĂŒber die derzeit erfolgenden ZurĂŒckweisungen hinaus. Faeser habe dies der Unionsfraktion mitgeteilt und vertrauliche GesprĂ€che dazu angeboten. Ein solches GesprĂ€ch mit der CDU/CSU-Fraktion und dem Vorsitz der MinisterprĂ€sidentenkonferenz könnte an diesem Dienstag stattfinden, hieĂ es.
ZurĂŒckweisungen an deutschen Landgrenzen gibt es derzeit nur in bestimmten FĂ€llen: wenn jemand mit einer Einreisesperre belegt ist oder kein Asyl beantragt. ZurĂŒckweisungen an den deutschen Binnengrenzen sind grundsĂ€tzlich nur da möglich, wo es Kontrollen direkt an der Grenze gibt.
Seit Oktober sind laut Bundesinnenministerium mehr als 30.000 Menschen zurĂŒckgewiesen worden. Mitte Oktober 2023 hatte Bundesinnenministerin Faeser stationĂ€re Kontrollen an den Grenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz angeordnet. An der deutsch-österreichischen Landgrenze gibt es solche Kontrollen, die mit der irregulĂ€ren Migration begrĂŒndet werden, bereits seit September 2015.
Wie der neue Vorschlag der Bundesregierung zu den ZurĂŒckweisungen genau aussieht, blieb zunĂ€chst offen. In der Vergangenheit hatte es aus dem politischen Raum unterschiedliche Ideen gegeben, etwa dass diese auf alle AuslĂ€nder ohne Ausweispapiere ausgedehnt werden sollten oder auf Asylbewerber, die bereits in einem Land als Schutzsuchende registriert wurden.

