EU-Energieminister debattieren weiter um Strommarktreform
17.10.2023 - 04:38:31 | dpa.de
Das Ringen um eine Reform des europĂ€ischen Strommarktes geht weiter. Bei einem Treffen heute in Luxemburg wollen die EU-Minister fĂŒr Energie weiter ĂŒber einen Kompromiss beraten. Ob es zu einer Einigung der LĂ€nder kommt, ist nach Aussage von EU-Diplomaten offen. Man sei aber nah dran, hieĂ es.
Mit der Reform des Strommarktes sollen hohe Preise fĂŒr Verbraucher vermieden und der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben werden. DafĂŒr hatte die EU-Kommission im MĂ€rz VorschlĂ€ge vorgelegt.
Anreize fĂŒr die heimische Erzeugung
Im Mittelpunkt der BemĂŒhungen stehen neue langfristige VertrĂ€ge zwischen Regierungen und Stromerzeugern, nach denen der Staat einspringt, wenn der Marktpreis unter einen vereinbarten Preis fĂ€llt.
Auf diese Weise sollen Anreize fĂŒr die heimische Erzeugung von sauberem Strom geschaffen werden. Gelten soll dies fĂŒr Investitionen in erneuerbare Energien und in Kernkraft.
Die Positionen der LĂ€nder gingen zuletzt teils weit auseinander. Dabei standen sich bislang vor allem Deutschland und Frankreich gegenĂŒber. Berlin befĂŒrchtet, dass eine Bestimmung in der neuen Verordnung, die Subventionen fĂŒr Atomstrom zulĂ€sst, den Wettbewerb in der EU letztlich zum Vorteil von LĂ€ndern mit einer groĂen Atomstromproduktion wie Frankreich verzerren könnte.
Die EU-LĂ€nder stehen mit Blick auf die Europawahl im kommenden Juni unter zunehmendem Zeitdruck, einen gemeinsamen Standpunkt zu finden. Denn: Bevor die neuen Regeln in Kraft treten können, mĂŒssen sie sich noch mit dem Europaparlament einigen. Das EU-Parlament hatte sich schon Mitte September auf eine Verhandlungsposition geeinigt.
Rufe nach einer Reform
Wegen extrem gestiegener Strompreise im vergangenen Jahr waren Rufe nach einer Reform des europĂ€ischen Strommarktes laut geworden. Grund fĂŒr die hohen Preise war unter anderem, dass zeitweise rund die HĂ€lfte der französischen Atomkraftwerke ausfiel. Zudem war der Anstieg eine Folge explodierender Gaspreise wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine.
Der Strommarkt in der EU funktioniert nach dem sogenannten Merit-Order-Prinzip. Dies bezeichnet die Einsatzreihenfolge der an der Strombörse anbietenden Kraftwerke. Kraftwerke, die billig Strom produzieren können, werden zuerst herangezogen, um die Nachfrage zu decken. Das sind zum Beispiel Windkraftanlagen. Am Ende richtet sich der Preis aber nach dem zuletzt geschalteten, also teuersten Kraftwerk - oft Gaskraftwerke.
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