Siemens legt starke Zahlen vor und verteidigt Jobabbau
15.05.2025 - 09:49:37Bei Siemens laufen die GeschĂ€fte trotz aller weltwirtschaftlicher Verwerfungen gut. Der Konzern steigerte im zweiten Quartal Umsatz und Ergebnis, wie er mitteilt. Unter dem Strich blieb im zweiten Quartal des GeschĂ€ftsjahres von Januar bis MĂ€rz ein Gewinn von 2,4 Milliarden Euro. Das waren rund 11 Prozent mehr als vor einem Jahr.Â
Auch das Sorgenkind Automatisierung lĂ€sst die Nachfrageprobleme zusehends hinter sich. Die GeschĂ€fte dort sollen wieder anziehen. Die geplante Streichung von tausenden Jobs steht allerdings nicht infrage, wie Finanzchef Ralf P. Thomas betont. Die MaĂnahmen seien keine Reaktion auf die aktuelle Situation, sondern eine strukturelle Entscheidung nach vorne. Man habe das aktuelle Anziehen erwartet. Die Situation, wie man sie jetzt vorfinde, sei «exakt das, was wir bei der Beschlussfassung erwartet hatten».
Konzernchef Roland Busch setzte den geplanten Jobabbau - bis September 2027 sollen alleine in der Automatisierung 5.600 Jobs wegfallen, 2.600 davon in Deutschland, ins VerhĂ€ltnis zu den 73.000 BeschĂ€ftigten im Bereich Digital Industries, zu dem Automatisierung gehört.Â
Es sei nicht so, dass Siemens sich damit ins eigene Fleisch schneide und dann nicht auf Wachstum vorbereitet sei. Allerdings lĂ€sst sich der Konzern den Jobabbau einiges kosten. Alleine im laufenden GeschĂ€ftsjahr erwartet Siemens konzernweit «Aufwendungen fĂŒr Personalrestrukturierung in einer Bandbreite zwischen 500 Millionen bis 600 Millionen Euro», sagte Thomas.
WiderstandsfÀhig gegen Zölle
Aus den US-Zöllen erwartet Siemens dagegen nur eine begrenzte Wirkung auf die eigenen Ergebnisse. «Unsere weltweite PrÀsenz macht uns widerstandsfÀhig», betonte Konzernchef Busch. Thomas verwies auf die «sehr gut diversifizierte Wertschöpfungskette weltweit» unter anderem mit 28 Fabriken und 48.000 Mitarbeitern in den USA.
Thomas bestĂ€tigte zudem den Ausblick fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr, der tendenziell weiter steigende Gewinne in Aussicht stellt. Auch der Umsatz soll zulegen. Im abgelaufenen Quartal ist er um 7 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro gestiegen.Â
Das Sorgenkind kommt aus der Krise
Vor allem der Bereich Smart Infrastructure boomte im abgelaufenen Quartal. Das Ergebnis legte hier um fast zwei Drittel zu, wenn auch zum Teil dank eines Gewinns aus dem Verkauf eines kleineren Teilbereichs.Â
Das glich den RĂŒckgang bei Digital Industries, zu dem auch das problematische AutomatisierungsgeschĂ€ft zĂ€hlt, mehr als aus. Und der ehemalige MusterschĂŒler, der zuletzt zum Problemkind geworden war, kommt aus der Krise: Das AutomatisierungsgeschĂ€ft verzeichnete laut Siemens ein deutliches Auftragswachstum. In China ging es um satte 41 Prozent nach oben.
Zuletzt hatte der Bereich darunter gelitten, dass Kunden und Handel auf hohen LagerbestĂ€nden saĂen, die sie abbauten, statt neue Bestellungen aufzugeben. Dieser Abbau habe sich in China zuletzt dem Ende genĂ€hert, hieĂ es. Hier kann Siemens als auf ein Anziehen der GeschĂ€fte hoffen. In Deutschland seien die AutomatisierungsauftrĂ€ge dagegen «betrĂ€chtlich rĂŒcklĂ€ufig».





