GESAMT-ROUNDUP: Wintereinbruch bringt den Verkehr ins Schleudern
28.11.2023 - 10:07:53Mindestens zwei Menschen starben: Im Landkreis SchwĂ€bisch Hall kam ein 71 Jahre alter Mann am Montagabend bei einem FrontalzusammenstoĂ auf schneeglatter StraĂe ums Leben. Eine 54-jĂ€hrige Autofahrerin starb bei Denzerheide (Rheinland-Pfalz) bei einem Glatteisunfall.
Schneefall und Minustemperaturen brachten auch die Verkehrsteilnehmer in der Hauptstadtregion Berlin/Brandenburg in Schleudern. "Wir kriegen im Minutentakt Meldungen zu neuen UnfÀllen auf den Autobahnen", teilte die Verkehrsinformationszentrale Berlin auf der Online-Plattform X, ehemals Twitter, mit.
VerspÀtungen und ZugausfÀlle bei der Bahn
Auf etlichen Bahnstrecken sorgte der Schnee fĂŒr VerspĂ€tungen und ZugausfĂ€lle, etwa bei der Berliner S-Bahn und auf der Zugstrecke zwischen Hannover, Hildesheim und Göttingen. Auf den Oberleitungen liege Schnee, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn hier - GerĂ€t sei im Einsatz, der Verkehr werde umgeleitet. ZugausfĂ€lle und eingestellte Busverbindungen gab es etwa im Taunus in Hessen.
Ebenfalls in Hessen sowie in Rheinland-Pfalz rief die Polizei angesichts weiterer angekĂŒndigter SchneefĂ€lle und GlĂ€tte zu vorsichtigem Fahren auf: "Auch eine wetterangepasste Bereifung der Fahrzeuge ist nun mehr als notwendig und fĂŒhrt bei Nichtbeachtung zu empfindlichen BuĂgeldern."
Menschen werden aus Fahrzeugen gerettet
UnfĂ€lle ereigneten sich etwa in vielen Teilen Hessens, dabei gab es Verletzte und viele SachschĂ€den. BĂ€ume stĂŒrzten aufgrund der Schneelast um. Im Rheingau-Taunus-Kreis spitzte sich die Lage besonders zu: Zahlreiche Autofahrer saĂen hier nach Angaben der Feuerwehr in ihren Fahrzeugen fest. Etwa 100 Menschen mussten nahe Eltville wegen umstĂŒrzender BĂ€ume aus ihren Autos gerettet werden. Sie wurden zunĂ€chst in einer Halle untergebracht. Am Abend kamen 20 bis 25 Menschen in Hotels unter.
Der Landrat im Rheingau-Taunus-Kreis, Sandro Zehner (CDU), rief laut einer Mitteilung zum Zuhausebleiben auf: "Mein dringender Appell: Bleiben Sie am Dienstag unbedingt zu Hause. Bitte unternehmen Sie auch keine SpaziergĂ€nge im Wald: Es besteht akute Lebensgefahr durch Astbruch und umstĂŒrzende BĂ€ume."
Kinder mĂŒssen in Schule ĂŒbernachten
In Wiesbaden mussten 55 Personen, darunter 27 Kinder, in einer Schule ĂŒbernachten. Die Feuerwehr richtete eine Unterkunft im SchulgebĂ€ude ein, da aufgrund der WitterungsverhĂ€ltnisse keine Schulbusse mehr fuhren, wie ein Sprecher der Feuerwehr mitteilte. In einer Gesamtschule in Bad Schwalbach saĂen zeitweise 30 SchĂŒler und Lehrer fest. Sie wurden versorgt, konnten aber am spĂ€ten Montagabend von der Feuerwehr nach Hause gebracht werden. Wegen des Wintereinbruchs mussten zahlreiche StraĂen um die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden komplett gesperrt werden.
Riesiges GlĂŒck hatte ein Autofahrer auf der A2 in Nordrhein-Westfalen: Im Bereich der Anschlussstelle GĂŒtersloh kam er von der Fahrbahn ab und ĂŒberschlug sich, wie die Polizei Bielefeld am Dienstagmorgen mitteilte. Der Fahrer wurde bei dem Unfall am Montag nur leicht verletzt und musste nicht in ein Krankenhaus.
Wegen eines Lkw-Unfalls war die Autobahn 3 bei Wörth in Niederbayern stundenlang in der Nacht gesperrt.
Mehr SpaĂ in den Wintersportgebieten
Der Wintereinbruch hat auch seine schönen Seiten: So können Wintersportfreunde etwa im ThĂŒringer Wald auf bessere Bedingungen hoffen. Aktuell seien dort bereits zehn Kilometer Langlaufstrecken prĂ€pariert, teilte der Regionalverbund mit. Am Morgen vermeldete der Regionalverbund Schneehöhen von bis zu 40 Zentimetern.
Und ĂŒber einen schulfreien Tag können sich Kinder etwa an mehreren Schulen im unterfrĂ€nkischen Landkreis Main-Spessart freuen. Grund seien umgestĂŒrzte BĂ€ume und schlechte Befahrbarkeit der StraĂen, so das Landratsamt.
"Polare Kaltluft flutet das ganze Land"
Laut Meteorologen setzt sich der Winter in Deutschland fest, und das bereits in den letzten November-Tagen. Ein Tiefdruckgebiet ĂŒber SĂŒddeutschland verlagere sich rasch ostwĂ€rts - "dahinter flutet polare Kaltluft das ganze Land", sagten die Experten des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach am Dienstagmorgen voraus. FĂŒr mehrere Landesteile bis in den Norden und an die Ostsee prognostizieren sie weitere meist leichte bis mĂ€Ăige SchneefĂ€lle.
Dabei wird es teils knackig kalt: In der Nacht zum Mittwoch kann es in höheren Mittelgebirgslagen im Osten und SĂŒdosten vereinzelt um die minus 10 Grad kalt werden - dabei gebe es "vielerorts GlĂ€tte durch Schnee und ĂŒberfrorene NĂ€sse", so der Wetterdienst. Besonders viel Schnee kann es am Mittwoch im Harz sowie in einem Streifen vom Emsland bis zum Weserbergland geben, hier sind Mengen von bis zu 15 Zentimetern in 6 Stunden nicht ausgeschlossen.

