ROUNDUP, Selenskyj

Selenskyj will ukrainische Wirtschaft stĂ€rken - Die Nacht im Überblick

06.02.2024 - 06:35:05

Ungeachtet des Kriegs gegen die russischen Invasoren will der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj den Ausbau der Wirtschaft seines Landes nicht aus den Augen verlieren.

Bei Besuchen in den Regionen Dnipro, Tscherkassy und Kropywnyzkyj habe er mit Vertretern der regionalen Behörden nicht nur ĂŒber die StĂ€rkung des MilitĂ€rs, sondern auch ĂŒber wichtige wirtschaftliche Fragen gesprochen, berichtete Selenskyj am Montag in seiner allabendlichen Videoansprache. "Der Staat muss die Erholung der ukrainischen Produktion unterstĂŒtzen", sagte er.

Eine der obersten PrioritĂ€ten in der Ukraine sei, Unternehmer bestmöglich dabei zu unterstĂŒtzen, zum Wirtschaftswachstum und der Schaffung von ArbeitsplĂ€tzen beizutragen. "Im vergangenen Jahr haben wir den Grundstein fĂŒr die wirtschaftliche StabilitĂ€t der Ukraine gelegt", sagte Selenskyj. Der Seekorridor fĂŒr den Export funktioniere und der Energiesektor sei besser gegen russische Angriffe geschĂŒtzt. Zudem habe Kiew mit auslĂ€ndischen Partnern Vereinbarungen ĂŒber langfristige UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine und Finanzprogramme getroffen.

Das vergangene Jahr sei fĂŒr die Ukraine mit einem Wirtschaftswachstum von mehr als fĂŒnf Prozent zu Ende gegangen. "Und dieses Jahr sollte die Dynamik beibehalten werden", forderte Selenskyj. Dazu brauche die Ukraine "transparente, saubere, legale Beziehungen zwischen den staatlichen Institutionen und der Wirtschaft, und die Wirtschaft muss in einem sauberen, legalen Umfeld - auf "weiße" Weise - arbeiten". Letzteres war als klare Ansage fĂŒr den weiteren Kampf gegen Korruption im Land zu verstehen.

Zugang zu Cherson fĂŒr AuslĂ€nder vorerst gesperrt

Derweil haben die ukrainischen Behörden den Zugang zur Großstadt Cherson samt Umgebung im SĂŒden des Landes fĂŒr AuslĂ€nder vorerst gesperrt. Auslöser ist der Tod zweier französischer Mitarbeiter einer Nichtregierungsorganisation infolge russischer Angriffe. Die Zugangssperre gelte sowohl fĂŒr Angehörige diplomatischer Vertretungen als auch fĂŒr Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen, teilte die regionale MilitĂ€rverwaltung am Montag auf Telegram mit. "Zu Kriegszeiten kann niemand Sicherheit garantieren, aber wir mĂŒssen den Aufenthalt von Menschen an Orten aktiver Feindseligkeiten klar feststellen."

Die beiden Franzosen waren am Donnerstag in der Ortschaft Beryslaw bei einem russischen Artillerieangriff ums Leben gekommen. Drei weitere französische StaatsbĂŒrger sowie ein Ukrainer wurden verletzt.

Infolge russischen Artilleriebeschusses wurden in Cherson am Montag mindestens vier Menschen getötet. Ein weiterer wurde verletzt, wie die Gebietsverwaltung ĂŒber Telegram mitteilte. Die nur durch den Fluss Dnipro von russischen Stellungen getrennte Stadt sei im Laufe des Tages mehrfach beschossen worden. Die Angaben der Kriegsparteien lassen sich im Regelfall kaum unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.

Die Ukraine stemmt sich seit fast zwei Jahren der russischen Invasion entgegen. Cherson mit seinen einst fast 300 000 Einwohnern war 2022 mehrere Monate von russischen Truppen besetzt. Seit dem russischen RĂŒckzug ĂŒber den Fluss Dnipro steht die Großstadt beinahe tĂ€glich unter Artilleriebeschuss.

EU plant neue Russland-Sanktionen

Zum zweiten Jahrestag des Kriegs in der Ukraine am 24. Februar wird in der EU ein neues Paket mit Russland-Sanktionen vorbereitet. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sieht es eine erhebliche Erweiterung der Liste mit Personen und Einrichtungen vor, deren in der EU vorhandene Vermögenswerte eingefroren werden mĂŒssen.

Zudem sollen auch weitere Unternehmen sanktioniert werden, die zur militĂ€rischen und technologischen StĂ€rkung Russlands oder zur Entwicklung seines Verteidigungs- und Sicherheitssektors beitragen. An sie dĂŒrften aus der EU dann keine militĂ€risch nutzbaren GĂŒter und Technologien mehr verkauft werden.

Die konkreten VorschlĂ€ge fĂŒr das mittlerweile 13. Sanktionspaket stellten Spitzenbeamte der EU-Kommission nach dpa-Informationen am Wochenende Vertretern der Mitgliedstaaten vor. Insgesamt könnten den Planungen zufolge deutlich mehr als 200 Personen und Unternehmen von den zusĂ€tzlichen Strafmaßnahmen betroffen sein.

Das wird am Dienstag wichtig

An den verschiedenen Frontabschnitten in der Ukraine sind weiter schwere Kampfhandlungen zu erwarten.

@ dpa.de