Unikliniken-Streik, Beschäftigte

Unikliniken-Streik: 26.000 Beschäftigte fordern 7,5 Prozent mehr Lohn

15.06.2026 - 05:01:45 | boerse-global.de

Rund 26.000 Beschäftigte legen Arbeit nieder. Gewerkschaft fordert 7,5 Prozent mehr Lohn, Arbeitgeber verweisen auf Finanznot.

Warnstreik an vier Unikliniken: ver.di fordert 7,5 Prozent mehr Lohn
Unikliniken-Streik - Ein Nahaufnahme der Hände eines Krankenhausmitarbeiters, der ein leeres Streikschild hält, im Hintergrund unscharf weitere Streikende und ein Krankenhaus. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

ver.di hat Beschäftigte der Unikliniken Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm für Montag und Dienstag zum Warnstreik aufgerufen. Rund 26.000 Angestellte sollen die Arbeit niederlegen. Die Notfallversorgung bleibt gesichert, aber Patienten müssen mit längeren Wartezeiten und verschobenen Operationen rechnen.

Gewerkschaft fordert 7,5 Prozent mehr Lohn

Die Gewerkschaft verlangt für die Angestellten eine Lohnerhöhung von 7,5 Prozent – mindestens aber 320 Euro mehr pro Monat. Für Azubis fordert ver.di 250 Euro mehr sowie einen Mobilitätszuschuss, etwa in Form eines Deutschlandtickets.

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Verhandlungsführer Jakob Becker kritisierte die Arbeitgeberseite scharf. In der ersten Runde habe es kein Angebot gegeben. Stattdessen habe der Arbeitgeberverband (AGU) den Rationalisierungsschutz-Tarifvertrag gekündigt. Laut ver.di drohen zudem Kündigungen – das habe die Stimmung in der Belegschaft weiter verschärft. An allen Standorten sind Kundgebungen geplant.

Arbeitgeber: Forderungen nicht umsetzbar

Der Arbeitgeberverband weist die Forderungen zurück. Udo Kaisers, Vorstandsmitglied der AGU und Leitender Ärztlicher Direktor am Uniklinikum Ulm, bezeichnete sie als unmöglich zu erfüllen. Er verwies auf die prekäre Finanzlage der Kliniken und das Fehlen einer vom Bund zugesagten Entlastungsprämie von 1.000 Euro.

Besonders deutlich wird die Lage in Tübingen: Das Klinikum rechnet mit einem Jahresminus von rund zehn Millionen Euro. Würde ver.di seine Forderungen durchsetzen, stiege die jährliche Mehrbelastung laut Klinikangaben auf rund 40 Millionen Euro. Kaisers forderte die Gewerkschaft auf, die Streiks abzusagen.

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Nächste Verhandlungsrunde am Mittwoch

Die Akut- und Notfallversorgung bleibt während des Streiks gewährleistet. Anders sieht es bei planbaren Operationen aus: Viele elektive Eingriffe wurden abgesagt oder verschoben.

Die zweite Runde der Tarifverhandlungen ist für Mittwoch, den 17. Juni, angesetzt. Ob es zur Annäherung kommt, ist offen – ein Angebot der Arbeitgeber liegt bislang nicht vor.

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