Studie: Mehr Menschen mit auslÀndischen Wurzeln könnten arbeiten
14.02.2024 - 12:06:45Da die rund 24 Millionen Menschen mit auslĂ€ndischen Wurzeln in Deutschland im Schnitt relativ jung seien, könnten gerade unter ihnen mehr ArbeitskrĂ€fte gewonnen werden, geht aus einer Studie des Bundesinstituts fĂŒr Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden hervor.
Um diese Chancen zu nutzen, mĂŒsse die Integration von BĂŒrgern mit auslĂ€ndischen Wurzeln "in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt, den Spracherwerb sowie den Zugang zu frĂŒhkindlicher, schulischer und beruflicher Bildung" aktiv gefördert und nachhaltig gestaltet werden. Beispielsweise könnten die MĂŒtter bei mehr Kitabesuch ihrer Kinder entlastet und so ihr Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden.
Bislang gehen MĂ€dchen und Jungen mit auslĂ€ndischen Wurzeln unter drei Jahren den Angaben zufolge seltener in KindergĂ€rten als Gleichaltrige ohne Migrationshintergrund. Bei 15-JĂ€hrigen zeigt sich demnach ein Trend zu höheren SchulabschlĂŒssen. Von 2013 bis 2022 sei der Anteil von Gymnasiastinnen mit Migrationshintergrund von 30 auf 38 Prozent gestiegen. Bei gleichaltrigen MĂ€dchen ohne auslĂ€ndische Wurzeln habe diese Quote 2022 mit 47 Prozent aber deutlich höher gelegen. Ăhnliche Unterschiede zeigten sich bei 15 Jahre alten Jungen, wenn auch auf niedrigerem Niveau.
Unter den 25-JÀhrigen mit Migrationshintergrund gibt es der Studie zufolge sowohl eine steigende Zahl mit dem Abitur in der Tasche als auch eine zunehmende Zahl von Menschen ohne Schulabschluss. 2022 hatten 46 Prozent der MÀnner unter ihnen und 59 Prozent der Frauen Abitur. Im Vergleich zu 2013 war der Anteil dieser MÀnner damit um 6 Prozentpunkte und derjenige der Frauen um 10 Punkte gestiegen. Gleichaltrige beider Geschlechter ohne auslÀndische Wurzeln kamen indes noch immer auf einen fast zehn Punkte höheren Anteil.
WÀhrend 2022 bei den 25-JÀhrigen ohne Migrationshintergrund laut BiB nur 3 Prozent der MÀnner und 2 Prozent der Frauen ohne Schulabschluss waren, lagen bei Gleichaltrigen mit auslÀndischen Wurzeln die Vergleichswerte mit 12 Prozent (MÀnner) und 10 Prozent (Frauen) deutlich höher. 2013 hatte diese Quote in beiden Gruppen laut der Studie noch jeweils 6 Prozent betragen.
BĂŒrger mit auslĂ€ndischer Herkunft sind im Vergleich insgesamt auch weniger oft erwerbstĂ€tig. Von den 15- bis 64-JĂ€hrigen mit Migrationshintergrund arbeiteten 75 Prozent der MĂ€nner und 62 Prozent der Frauen im Jahr 2022. Bei den MĂ€nnern und Frauen der gleichen Altersspanne ohne diesen Hintergrund waren es acht beziehungsweise 17 Prozentpunkte mehr.
Datengrundlage der Studie ist der Mikrozensus. Laut der Definition des Statistischen Bundesamtes hat jemand einen Migrationshintergrund, wenn er selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren worden ist.

