EuropÀische Wirtschaft von EU-USA-Gipfel enttÀuscht
21.10.2023 - 13:03:07 | dpa.de
Spitzenvertreter der europĂ€ischen Wirtschaft haben sich mit den Ergebnissen des EU-USA-Gipfels in Washington unzufrieden gezeigt. Es sei enttĂ€uschend, dass fĂŒr Probleme mit dem Handel von wichtigen Mineralien, Stahl und Aluminium keine dauerhaften Lösungen gefunden worden seien, erklĂ€rte der PrĂ€sident des Wirtschaftsverbands BusinessEurope, Fredrik Persson, am Samstag. Ăhnlich Ă€uĂerte sich der PrĂ€sident der deutschen Wirtschaftsvereinigung Stahl, Bernhard Osburg. «Wir bedauern, dass hier eine groĂe Chance verpasst wurde.»
Der deutsche Autoindustrieverband VDA sprach von einem falschen Signal in unsicheren Zeiten. «Es gilt mehr denn je - auch in der Wirtschaftspolitik - auf gemeinsame StĂ€rke zu bauen, um die globalen Herausforderungen zu meistern. Wir erwarten die schnellstmögliche RĂŒckkehr an den Verhandlungstisch», kritisierte VDA-PrĂ€sidentin Hildegard MĂŒller.
Auf dem Gipfeltreffen am Freitagabend war nicht wie erhofft eine Beilegung schwerer Handelskonflikte verkĂŒndet worden. US-PrĂ€sident Joe Biden, EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und EU-RatsprĂ€sident Charles Michel einigten sich lediglich darauf, die Verhandlungen fortzufĂŒhren.
Nur vage Formulierungen
Mit Blick auf ein geplantes Abkommen ĂŒber Handelserleichterungen fĂŒr Mineralien zur Herstellung von Fahrzeugbatterien heiĂt es in der AbschlusserklĂ€rung vage, man habe Fortschritte gemacht und freue sich darauf, in den kommenden Wochen voranzukommen. Ebenso schwammig ist eine Formulierung zum Streit ĂŒber US-Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte. Bei dem diesem Thema soll es demnach in den kommenden zwei Monaten «weitere Fortschritte» geben.
Vor allem fĂŒr Unternehmen in der EU ist eine Einigung in den beiden Bereichen wichtig. So soll das geplante Abkommen ĂŒber Handelserleichterungen fĂŒr Mineralien sicherstellen, dass EU-Unternehmen nicht wegen eines neuen US-Subventionsprogramms aus Autozulieferketten ausgeschlossen werden.
Diese Gefahr besteht, weil neue SteuervergĂŒnstigungen fĂŒr saubere Fahrzeuge in den USA vorsehen, dass die Subventionen nur unter bestimmten Bedingungen in vollem Umfang in Anspruch genommen werden können. Eine lautet, dass die Batterien der Fahrzeuge mit Mineralien aus Nordamerika produziert wurden oder diese aus einem Land kommen, mit dem die USA ein Freihandelsabkommen oder ein Abkommen ĂŒber wichtige Mineralien abgeschlossen haben.
Zölle auf Whiskey und Jeans?
In dem anderen Streit geht es um 2018 vom damaligen US-PrĂ€sidenten Donald Trump eingefĂŒhrte Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte. Ihre Wirkung wurde 2021 durch einen vorlĂ€ufigen Deal zwischen BrĂŒssel und Washington stark eingeschrĂ€nkt. Dieser sieht allerdings auch vor, dass bis 2024 eine langfristige Lösung gefunden werden soll.
Sollte dies nicht gelingen, könnten 2024 wieder auf alle europĂ€ischen Stahl- und Aluminiumexporte in die USA Sonderzölle fĂ€llig werden. Die EU dĂŒrfte dann wieder ihre Sonderzölle auf US-Produkte wie Bourbon-Whiskey, Harley-Davidson-MotorrĂ€der und Jeans einfĂŒhren. Diese waren als VergeltungsmaĂnahme fĂŒr die von Trump eingefĂŒhrten Zölle erlassen worden.
Als Grund fĂŒr das Scheitern der Verhandlungen auf dem Gipfel am Freitag wurde in BrĂŒssel ein unzureichendes Entgegenkommen der USA genannt. FĂŒr den Streit ĂŒber die Sonderzölle wollten die USA demnach nur Lösungen akzeptieren, die nicht im Einklang mit Regeln der Welthandelsorganisation WTO stehen. In den Verhandlungen ĂŒber das Abkommen ĂŒber wichtige Mineralien soll Washington zudem unter anderem darauf bestanden haben, dass zunĂ€chst nur eine vergleichsweise geringe Anzahl von Rohstoffen einbezogen wird.
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