Unternehmensschließungen: 187.744 Betriebe gaben 2025 auf
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 14:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Zahl der Unternehmensschließungen in Deutschland hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Wie aus einer am 17. August 2026 veröffentlichten Analyse der Wirtschaftsauskunftei Creditreform und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervorgeht, gaben im Jahr 2025 insgesamt 187.744 Unternehmen ihren Betrieb auf. Dies entspricht einer Steigerung von 10 % gegenüber dem Vorjahr und markiert den höchsten Wert an Geschäftsaufgaben seit dem Jahr 2007, als 208.000 Schließungen registriert wurden.
Struktur der Geschäftsaufgaben und demografische Faktoren
Die Untersuchung von Creditreform und dem ZEW differenziert deutlich zwischen den Ursachen für das Ausscheiden aus dem Markt. Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass der Großteil der Schließungen nicht auf eine Zahlungsunfähigkeit zurückzuführen ist. Lediglich 13 % der Aufgaben erfolgten im Rahmen einer Insolvenz. Damit bleibt die klassische Pleite im Verhältnis zur Gesamtzahl der Marktaustritte eine Minderheit.
Stattdessen identifizieren die Experten vor allem strukturelle und persönliche Gründe für das Ende vieler Betriebe. Ein Drittel der Schließungen im Jahr 2025 erfolgte demnach freiwillig, wobei das Alter der Inhaber eine entscheidende Rolle spielte.
Viele Unternehmer beendeten ihre Geschäftstätigkeit aus Altersgründen, oft mangels einer geregelten Nachfolge. Dieser demografische Faktor gewinnt laut den Daten der Marktforscher zunehmend an Bedeutung für die deutsche Wirtschaftsstruktur.
Gastgewerbe und Gesundheitswesen besonders betroffen
Besonders stark zeigt sich der Negativtrend in spezifischen Dienstleistungs- und Versorgungsbereichen. Das Gastgewerbe verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 15.000 Schließungen, was einem Zuwachs von 15 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Branche steht damit unter erheblichem Druck, wobei die Kombination aus Kostensteigerungen und veränderten Konsumgewohnheiten als belastend gilt.
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Noch deutlicher fällt der Anstieg im Gesundheitswesen aus. Hier wurden insgesamt 11.000 Schließungen registriert. Innerhalb dieses Sektors ist die Situation bei den Arztpraxen besonders prekär: 5.500 Praxen stellten ihren Betrieb ein, was einer Zunahme von 23 % entspricht.
Auch hier spielen neben wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor allem die Altersstruktur der Praxisinhaber und Schwierigkeiten bei der Übergabe an Nachfolger eine wesentliche Rolle.
Industrieller Sektor und gesamtwirtschaftliche Einordnung
Auch das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, die Industrie, blieb von der Entwicklung nicht verschont. Die Studie weist für diesen Bereich 11.000 Schließungen im Jahr 2025 aus. Dies entspricht einer Steigerung von 10 % im Vergleich zum Vorjahr. Damit folgt die Industrie dem allgemeinen Trend des Gesamtesmarktes.
Die Daten von Creditreform und dem ZEW verdeutlichen, dass die deutsche Wirtschaft vor einer Phase des Umbruchs steht. Während der Anstieg der Schließungszahlen auf 187.744 Betriebe zunächst als Alarmsignal für die wirtschaftliche Stabilität gewertet werden kann, relativiert der hohe Anteil an freiwilligen Aufgaben aus Altersgründen das Bild einer reinen Insolvenzwelle.
Besonders betroffen: Arztpraxen und Gastgewerbe. 5.500 Praxen schlossen 2025 – oft mangels Nachfolger. Wenn auch Sie bald in Rente gehen, sichern Sie jetzt den Wert Ihres Unternehmens. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie den richtigen Nachfolger. Nachfolge-Planung jetzt starten
Dennoch unterstreichen die Experten, dass die steigende Zahl der Marktaustritte, insbesondere in versorgungsrelevanten Bereichen wie dem Gesundheitswesen, eine Herausforderung für die zukünftige Infrastruktur darstellt.
Da die Gesamtzahl der Aufgaben den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten erreicht hat, rückt die Frage der Unternehmensnachfolge verstärkt in den Fokus wirtschaftspolitischer Betrachtungen.
