US-Inflation, Energiepreise

US-Inflation steigt wegen teurem Sprit auf 3,7 Prozent

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 15:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten steigen im September stärker als erwartet. Der Preisschub bei Benzin und Heizöl erhöht den politischen Druck auf Donald Trump und erschwert zugleich den Kurs der US-Notenbank.

Energiepreise belasten US-Haushalte

  • Das US-Arbeitsministerium meldete für September eine Jahresinflation von 3,7 Prozent.
  • Die Energiepreise lagen 20,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.
  • Die Zwischenwahlen finden am 3. November statt, während die Fed über den weiteren Zinskurs entscheidet.
Ölförderung in USA: Teues Öl und steigende Sritpreuse treiben die Inflation in den USA hoch (Archivbild) - Bild: Eli Hartman/AP/dpa
Ölförderung in USA: Teues Öl und steigende Sritpreuse treiben die Inflation in den USA hoch (Archivbild) - Bild: Eli Hartman/AP/dpa

US-Inflation steigt im September auf 3,7 Prozent

Hohe Preise für Benzin und Heizöl haben die Inflation in den USA im September überraschend stark angetrieben. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 3,7 Prozent, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte.

Teuerung nähert sich mehrjährigem Höchststand

Im August hatte die Inflationsrate bei 3,4 Prozent gelegen. Analysten hatten im Schnitt mit 3,6 Prozent gerechnet.

Damit nähert sich die Teuerung dem höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. Im Mai war die Inflationsrate wegen der Folgen des Iran-Kriegs auf 4,2 Prozent gestiegen.

Energie treibt die Verbraucherpreise

Für Energie mussten Verbraucher im September 20,4 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Besonders stark verteuerten sich Kraftstoffe: Die Benzinpreise stiegen um etwa 34 Prozent.

Heizöl kostete rund 74 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Hintergrund sind deutlich gestiegene Preise für wichtige Rohstoffe wie Erdöl.

Trump gerät vor Zwischenwahlen unter Druck

Die Entwicklung belastet die Republikaner von US-Präsident Donald Trump vor den Zwischenwahlen am 3. November. Trump hatte versprochen, die Inflation einzudämmen, und die US-Notenbank wiederholt wegen ihres Kurses angegriffen.

Der Präsident forderte Zinssenkungen, konnte sich damit bislang aber nicht durchsetzen. Die weiter über dem Fed-Ziel von zwei Prozent liegende Inflation erhöht den Druck auf die Notenbank, die Leitzinsen erneut anzuheben.

Ökonomen erwarten weiteren Preisdruck

Der Ökonom Dirk Chlench von der Landesbank LBBW erwartet, dass die US-Inflation in den kommenden Monaten auf mehr als vier Prozent steigen könnte. Nach seiner Prognose bleibt der Leitzins bei der Sitzung im Oktober zunächst unverändert, eine Anhebung im Dezember sei jedoch zu erwarten.

Der Preisschub in den USA zeigt, wie stark Energie die Gesamtinflation beeinflussen kann. Steigen Rohöl, Benzin und Heizöl gleichzeitig, verteuern sich zunächst direkt die Mobilität und das Heizen. Über höhere Transport- und Produktionskosten können die Belastungen anschließend auch auf Waren und Dienstleistungen übergreifen.

Mit 3,7 Prozent liegt die Teuerung deutlich über dem Ziel der Federal Reserve von zwei Prozent. Für die Notenbank entsteht damit ein schwieriger Zielkonflikt: Höhere Zinsen könnten den Preisdruck dämpfen, zugleich aber Investitionen, Bau und Konsum bremsen. Die im dpa-Bericht genannte Erwartung einer möglichen Zinserhöhung im Dezember würde die Finanzierungskosten für Unternehmen und private Haushalte weiter erhöhen.

Politische Bedeutung der Energiepreise

Für die Regierung wird die Entwicklung besonders problematisch, weil Benzinpreise für viele Wähler unmittelbar sichtbar sind. Die bevorstehenden Zwischenwahlen am 3. November machen die Inflationsentwicklung deshalb zu einem politischen Belastungstest für die Republikaner. Entscheidend wird sein, ob der Energieschub vor der Wahl abebbt oder sich über weitere Monate in den Verbraucherpreisen festsetzt.

Auch die Finanzmärkte beobachten die Entwicklung eng. Ölpreise von mehr als 100 Dollar je Barrel und steigende Inflationserwartungen können Anleiherenditen nach oben treiben und die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen schwächen. Für Verbraucher bedeutet das vor allem, dass die Kosten für Tanken und Heizen kurzfristig den größten Druck ausüben.

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