US-Inflationsdaten, Aktienmarkt

US-Inflationsdaten beflĂŒgeln deutschen Aktienmarkt

14.11.2023 - 18:23:37 | dpa.de

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. - Foto: Fredrik von Erichsen/dpa
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. - Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Erfreuliche Inflationsdaten aus den USA haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag beflĂŒgelt. Der Leitindex Dax baute seine Gewinne aus und schloss 1,76 Prozent höher bei 15.614,43 Punkten. Damit schaffte er es erstmals seit rund sieben Wochen wieder ĂŒber die Marke von 15.600 Punkten.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen profitierte noch stĂ€rker von den US-Inflationsdaten: Er verabschiedete sich mit einem Plus von 3,29 Prozent auf 26.245,40 Punkte aus dem Handel.

Der Preisauftrieb in den USA hat sich im Oktober merklich abgeschwĂ€cht. Die Verbraucherpreise stiegen deutlich weniger als noch im Vormonat und auch etwas weniger als von Volkswirten erwartet. Die von Ökonomen besonders beachtete Kerninflation ging ebenfalls zurĂŒck.

Die wichtigsten europÀischen Indizes zogen nach den Daten aus den Vereinigten Staaten ebenfalls an: Der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 gewann letztlich 1,4 Prozent und auch der französische Cac 40 legte krÀftig zu. Der britische FTSE 100 schaffte indes nur ein moderates Plus. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial gewann zum europÀischen Handelsende gut 1,6 Prozent.

Am deutschen Aktienmarkt waren vor allem Immobilientitel und andere zinssensible Werte gefragt. Vonovia zĂ€hlte mit einem Kursanstieg von 8,3 Prozent zu den grĂ¶ĂŸten Dax-Gewinnern. Auch im MDax sowie im Nebenwerte-Index SDax waren dessen Branchenkollegen mit am meisten gefragt.

Dax-Spitzenreiter Zalando gewann 10,6 Prozent. Stark wachstumsabhĂ€ngige Titel wie die des Online-HĂ€ndlers profitieren Ă€hnlich klar wie Immobilienaktien von niedrigeren Zinsen. Auch RWE-Aktien, die schon zuvor von guten GeschĂ€ftszahlen angetrieben worden waren, bekamen durch die Daten einen zusĂ€tzlichen Schub und endeten 3,7 Prozent höher. Hier dĂŒrfte vor allem das wichtige GeschĂ€ft mit den kapitalintensiven Alternativen Energien eine Rolle spielen.

Im MDax belegten ProSiebenSat.1 und Delivery Hero nach Quartalszahlen mit KursaufschlĂ€gen von 12,7 beziehungsweise 10,4 Prozent die vorderen PlĂ€tze. Beim Medienkonzern wog die Erleichterung der Anleger, dass dieser beim operativen Gewinn zumindest am unteren Ende der Jahreszielspanne landen will, schwerer als der gekappte Umsatzausblick. Der Essenslieferdienst ĂŒberzeugte vor allem mit der guten Entwicklung des Bruttowarenwerts, fĂŒr den er nun das obere Ende der bisherigen Wachstums-Zielspanne anpeilt.

Dagegen ließ eine mögliche Kapitalerhöhung zur Finanzierung einer Übernahme die Aktien des RĂŒstungselektronik-Herstellers Hensoldt am MDax-Ende um vier Prozent absacken.

Der Euro sprang nach den Inflationsdaten nach oben und kostete zuletzt 1,0762 US-Dollar. Die EuropÀische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0724 Dollar festgelegt.

Am deutschen Anleihemarkt verharrte die Umlaufrendite bei 2,72 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,03 Prozent auf 123,58 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,86 Prozent auf 130,86 ZĂ€hler.

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