US-Jobdaten, Dax

US-Jobdaten bremsen Dax nach Rekord aus

02.02.2024 - 18:22:21

Ein weiterer DĂ€mpfer fĂŒr die Zinssenkungsfantasien vieler Investoren hat dem Dax am Freitag nach einem weiteren Rekordhoch die Kraft genommen. Mit 17.004,55 Punkten ließ der deutsche Leitindex seine vorherige Bestmarke aus dem Dezember knapp hinter sich, bevor ĂŒberraschend starke US-Arbeitsmarktdaten ihn bremsten. Eine Leitzinssenkung durch die US-Notenbank Fed schon im MĂ€rz dĂŒrfte angesichts der Daten vom Tisch sein, sagte Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK.

Der Dax ging letztendlich mit 16.918,21 Punkten und damit 0,35 Prozent höher als am Vortag aus dem Handel. FĂŒr die Woche ergibt sich ein kleines Minus.

Der MDax fiel am Freitag hingegen um 0,97 Prozent auf 25.651,30 Punkte. FĂŒr den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx ging es um 0,3 Prozent aufwĂ€rts. Die Börsen in Paris und London gingen wenig verĂ€ndert ins Wochenende.

ZunĂ€chst hatten starke Vorgaben der US-Börsen fĂŒr RĂŒckenwind gesorgt, nachdem die Technologieriesen Amazon und Meta mit aktuellen GeschĂ€ftszahlen geglĂ€nzt hatten. Der techwertelastige Nasdaq 100 nĂ€herte sich denn auch seinem Rekordhoch, getrieben von einem Kurssprung um ein FĂŒnftel bei der Facebook-Mutter Meta und einem Kursanstieg um gut sieben Prozent von Amazon. Der US-Leitindex Dow Jones notierte zum Zeitpunkt des europĂ€ischen Handelsschlusses leicht im Plus.

Die US-Wirtschaft schuf im Januar deutlich mehr ArbeitsplĂ€tze als erwartet und die Stundenlöhne stiegen doppelt so stark wie von Experten vorhergesagt. «Vor diesem Hintergrund sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank bereits auf ihrer nĂ€chsten Sitzung im MĂ€rz eine Leitzinswende einlĂ€utet, gegen null», glaubt auch Analyst Elmar Völker von der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg.

Ein starker Arbeitsmarkt mit deutlichem Lohndruck nach oben nĂ€hrt Inflationsrisiken. Um zu verhindern, dass die Preisentwicklung wieder an Fahrt aufnimmt, dĂŒrfte die Fed den Leitzins vor diesem Hintergrund eher lĂ€nger hochhalten. 

Aus Branchensicht waren Autowerte gefragt, die an ihre jĂŒngste Erholung anknĂŒpften. Die Aktien des Sportwagenbauers Porsche AG fĂŒhrten den Dax mit einem Plus von gut 4 Prozent an. Auch fĂŒr BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen ging es nach oben, wenngleich nicht ganz so stark. Die Papiere der Deutschen Bank knĂŒpften mit plus 3,5 Prozent an ihren starken Vortag an - die GeschĂ€ftszahlen fĂŒr 2023 und die Unternehmensziele lieferten damit abermals RĂŒckenwind.

Schlusslicht im Dax waren Siemens Healthineers, die mit minus 3 Prozent einen Großteil ihrer Vortagesgewinne abgaben. Vorletzter waren die Eon-Aktien. Sie fielen nach der Veröffentlichung von Eckdaten fĂŒr 2023 um fast drei Prozent. Der Energiekonzern hatte zwar besser abgeschnitten als in Aussicht gestellt, sonderlich ĂŒberraschend kam das laut Analysten aber nicht.

GrĂ¶ĂŸter Verlierer in den drei grĂ¶ĂŸeren Dax-Indizes - Dax, MDax und SDax -, war die Aktie von Delivery Hero. Am Markt kamen nach einem Zeitungsbericht Zweifel auf, ob der geplante Verkauf von AktivitĂ€ten in SĂŒdostasien zustande kommt. Der Aktienkurs brach um fast 23 Prozent ein.

Der Eurokurs sackte nach den US-Arbeitsmarktdaten ab und notierte zuletzt bei 1,0785 US-Dollar. Die EuropÀische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs noch auf 1,0883 (Donnerstag: 1,0814) Dollar fest gesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9188 (0,9247) Euro gekostet.

Am Anleihemarkt fiel die Umlaufrendite deutscher Bundesanleihen von 2,21 Prozent am Vortag auf 2,19 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 126,40 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,72 Prozent auf 134,93 ZĂ€hler.

@ dpa.de