Trump setzt Zölle gegen Mexiko und Kanada teils wieder aus
07.03.2025 - 06:00:06Der Republikaner setzte die Zölle fĂŒr Waren aus den beiden NachbarlĂ€ndern teilweise aus - zumindest vorerst. FĂŒr alle Einfuhren aus Mexiko und Kanada, die unter das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA fallen, sollen demnach bis zum 2. April keine Strafabgaben gelten. Kanada und Mexiko betrifft dies in unterschiedlichem MaĂe.
Beim USMCA (United States-Mexico-Canada Agreement) handelt es sich um ein Freihandelsabkommen, das die drei LÀnder wÀhrend Trumps erster Amtszeit (2017 bis 2021) unterzeichnet hatten. Nach Beginn seiner zweiten Amtszeit legte sich der US-PrÀsident in der Handelspolitik jedoch direkt mit den Nachbarn an.
In der Nacht auf Dienstag (Ortszeit) traten Zölle auf US-Importe aus Kanada und Mexiko in Kraft. Trump hatte die Strafabgaben in Höhe von 25 Prozent unter anderem damit begrĂŒndet, dass die beiden LĂ€nder nicht genug gegen den grenzĂŒberschreitenden Drogenhandel tĂ€ten. FĂŒr Energieimporte aus Kanada wurden Strafabgaben in Höhe von 10 Prozent eingefĂŒhrt.
Trumps Salami-Taktik
Ein Importzoll ist eine Abgabe, die an der Grenze auf Waren erhoben wird, die aus dem Ausland eingefĂŒhrt werden. In der Regel zahlt sie das importierende Unternehmen. Experten halten Zölle fĂŒr eine riskante Strategie, um einen Handelskonflikt auszutragen, weil dies vor allem die Verbraucherpreise ansteigen lĂ€sst und damit die NormalbĂŒrger am meisten trifft. Die Zollstreitigkeiten der USA mit wichtigen Handelspartnern sorgten auch an den Börsen fĂŒr schlechte Stimmung und fallende Aktienkurse. Letzteres hat Trump ĂŒblicherweise besonders genau im Blick.
Der US-PrĂ€sident ruderte schlieĂlich schrittweise zurĂŒck. Bereits am Mittwoch gewĂ€hrte er einen einmonatigen Aufschub fĂŒr im Ausland produzierende US-Autohersteller. Das WeiĂe Haus teilte mit, dass bis Anfang April eine Ausnahme gelte fĂŒr alle Autos, die ĂŒber das Freihandelsabkommen USMCA aus Mexiko oder Kanada in die USA kommen.
Am Donnerstag verkĂŒndete er dann zunĂ€chst die weiter gefasste Ausnahmeregelung fĂŒr Mexiko - und spĂ€ter auch fĂŒr Kanada -, wonach alle GĂŒter aus beiden LĂ€ndern, die unter das USMCA-Abkommen fallen, bis Anfang April zollfrei bleiben. Die Folgen fĂŒr die Nachbarn sind unterschiedlich: Nach Angaben des WeiĂen Hauses fallen etwa 50 Prozent der Einfuhren aus Mexiko unter das Abkommen, aber nur 38 Prozent der Waren aus Kanada.
Unterschiedliche Töne gegenĂŒber Mexiko und Kanada
Trump schrieb auf der Online-Plattform Truth Social, er habe mit Mexikos PrĂ€sidentin Claudia Sheinbaum telefoniert und den Aufschub aus "Respekt und Entgegenkommen" gewĂ€hrt. Die Beziehung zu Mexiko sei gut. Man arbeite nun gemeinsam daran, Migranten am illegalen GrenzĂŒbertritt in die USA zu hindern und den Schmuggel der chemischen Droge Fentanyl zu stoppen. Sheinbaum dankte Trump auf der Plattform X fĂŒr ein "ausgezeichnetes und respektvolles GesprĂ€ch".
FĂŒr den kanadischen Premierminister Justin Trudeau hatte Trump dagegen zuletzt weniger wohlwollende Worte ĂŒbrig. Und auch Trudeau Ă€uĂerte sich - vor Trumps teilweisem ZurĂŒckrudern - noch pessimistisch und erklĂ€rte, er rechne damit, dass der Handelskonflikt "auf absehbare Zeit" weitergehen werde. Sein Telefonat mit Trump sei "bunt" gewesen und habe Momente der Spannung enthalten, berichtete er. Laut einer Quelle des "Wall Street Journal" sollen gar Schimpfworte zwischen beiden gefallen sein. Kanada hatte die US-Zölle direkt mit Gegenzöllen beantwortet - und ist bislang dabei geblieben.
Viel Hin und Her
Es ist nicht die erste Wende in dem Gerangel, das Trump gleich nach dem Amtsantritt mit den Nachbarn angezettelt hat. Eigentlich hatte der US-PrĂ€sident die Strafzölle auf Waren aus den beiden LĂ€ndern bereits Anfang Februar einfĂŒhren wollen. Doch nur wenige Stunden, bevor die angedrohten Strafzölle auf Waren aus Kanada und Mexiko ursprĂŒnglich greifen sollten, lieĂ sich Trump auf ZugestĂ€ndnisse vor allem zur Grenzsicherung ein. DafĂŒr schob er die HandelsbeschrĂ€nkungen zunĂ€chst fĂŒr 30 Tage auf. Nach Ablauf der Frist machte er am Ende aber doch Ernst mit den Zöllen.
Andere HandelskÀmpfe gehen weiter
Trump nutzt Zolldrohungen regelmĂ€Ăig als Verhandlungstaktik, um ZugestĂ€ndnisse in anderen Bereichen zu erzwingen. Das war bereits in seiner ersten Amtszeit so. Und auch seit seiner Vereidigung im Januar brach er Handelsauseinandersetzungen lĂ€ngst nicht nur mit Kanada und Mexiko vom Zaun. Importe aus China belegte Trump ebenfalls mit neuen Zöllen - zunĂ€chst in Höhe von 10 Prozent, in einem zweiten Schritt verdoppelte er auf 20 Prozent.
Auch die EuropĂ€er mĂŒssen mit Zöllen der neuen US-Regierung rechnen. Trump sprach eine solche Drohung bereits mehrfach aus, ohne aber Details zu nennen. Der Republikaner plant generell, im groĂen Stil wechselseitige Zölle einzufĂŒhren - also ĂŒberall dort Importabgaben anzuheben, wo die USA derzeit weniger verlangen als ihre Handelspartner.

