Minister, China

Minister aus China und den USA sprechen erstmals ĂŒber Zölle

10.05.2025 - 04:15:37

US-PrĂ€sident Donald Trump löst mit seinen hohen Zöllen Stress im Welthandel aus. Vor allem China hat er in den WĂŒrgegriff genommen. Jetzt wird geredet, aber beide Seiten dĂ€mpfen die Erwartungen.

Die USA und China streben an diesem Wochenende in Genf eine AnnĂ€herung im Zollstreit an. Es ist das erste Mal, seit US-PrĂ€sident Donald Trump die Zollschrauben deutlich angezogen hat, dass ranghohe Vertreter beider Seiten ĂŒber das Thema sprechen. 

In der Schweizer Stadt treffen sich US-Finanzminister Scott Bessent, der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer und der chinesische Vize-MinisterprÀsident He Lifeng. 

Trump hat die Zölle auf chinesische Waren seit seinem Amtsantritt im Januar stÀndig nach oben geschraubt, auf zuletzt 145 Prozent. China reagierte mit Gegenzöllen von 125 Prozent. Bislang gingen die LÀnder nicht aufeinander zu, sondern versuchten den Eindruck zu erwecken, dass sie am jeweils lÀngeren Hebel sitzen. 

Anzeichen fĂŒr eine Deeskalation

Zuletzt mehrten sich aber Anzeichen, dass die USA zu einer Senkung der Zölle bereit sind. Trump schrieb auf seiner Social Media-Plattform Truth Social, 80 Prozent auf chinesische Produkte seien vielleicht angebracht. Eine Expertin der Risikoanalysefirma Eurasia Group, Dan Wang, sagte dem britischen Sender BBC, jĂŒngste Signale von beiden Seiten legten eine baldige Deeskalation nahe.

China betonte im Vorfeld, dass die USA Peking um GesprĂ€che ersucht hĂ€tten. Lange hatte Peking darauf bestanden, dass die USA die Zölle vor HandelsgesprĂ€chen zurĂŒcknehmen. Man habe aber unter AbwĂ€gung der chinesischen Interessen und der Appelle von US-Firmen und Verbrauchern zugestimmt, sagte ein Sprecher des Handelsministeriums. Die USA mĂŒssten ihre Fehler korrigieren. 

Bessent: Die USA wollten lediglich fairen Handel

US-Finanzminister Bessent sagte dem Nachrichtensender Fox News, es gehe nicht um ein Handelsabkommen, sondern zunÀchst um Deeskalation. Die USA und China hÀtten beide Interesse an einer Einigung. Die jetzige Höhe der Zölle kÀme einem Handelsembargo gleich. Die USA wollten lediglich fairen Handel.

Großbritannien hat am Donnerstag als erstes Land einen Deal mit Trump verkĂŒndet. Die USA senken angedrohte Zölle auf eine bestimmte Anzahl Autos aus Großbritannien von 27,5 auf zehn Prozent, im Gegenzug werden Handelsschranken fĂŒr Agrarprodukte abgebaut. 

Die EU verhandelt noch. Wenn es keine Einigung gibt, kommen im Juli zusĂ€tzliche US-Zölle. BrĂŒssel will mit zusĂ€tzlichen Sonderabgaben etwa auf Autos, SĂŒĂŸkartoffeln und Whiskey reagieren.

@ dpa.de