ROUNDUP, ErklÀrung

G7 einigt sich ĂŒberraschend auf ErklĂ€rung zum Iran-Krieg

17.06.2025 - 06:20:03

US-PrÀsident Donald Trump und die anderen G7-Chefs haben sich unerwartet auf eine gemeinsame ErklÀrung zum Krieg zwischen Israel und dem Iran verstÀndigt.

In dem von Gastgeber Kanada veröffentlichten Text wird der Iran als "die Hauptquelle regionaler InstabilitĂ€t und des Terrors" bezeichnet und Israels Recht auf Selbstverteidigung betont. Weiter erklĂ€ren die Staats- und Regierungschefs der G7, man habe stets unmissverstĂ€ndlich klargestellt, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen dĂŒrfe.

Die Einigung auf die ErklĂ€rung am Montagabend (Ortszeit) erfolgte wenige Stunden nach der AnkĂŒndigung des Weißen Hauses, dass Trump wegen der Nahost-Krise vorzeitig nach Washington zurĂŒckkehrt und auf den zweiten Gipfeltag verzichtet.

Direkte Kritik am israelischen Vorgehen gegen den Iran findet sich in der ErklĂ€rung der Gruppe fĂŒhrender demokratischer WirtschaftsmĂ€chte nicht. Es wird lediglich die Bedeutung des Schutzes der Zivilbevölkerung in dem Konflikt betont und gefordert, dass die Lösung der Iran-Krise zu einer umfassenderen Deeskalation der Feindseligkeiten im Nahen Osten fĂŒhren sollte - einschließlich eines Waffenstillstands im Gazastreifen.

Zu Auswirkungen des aktuellen Konflikts auf die internationalen EnergiemĂ€rkte heißt es, man werde diese weiterhin aufmerksam beobachten. Man stehe bereit, gemeinsam mit gleichgesinnten Partnern koordinierte Maßnahmen zu ergreifen, um die StabilitĂ€t der MĂ€rkte zu sichern.

Trump sieht GesprÀchsbereitschaft Teherans

Trump hatte zuvor angedeutet, dass der Iran zu Verhandlungen bereit sei und er sich darum kĂŒmmern werde, sobald er vom G7-Treffen heimkehre. Gleichzeitig bestehen BefĂŒrchtungen, dass die USA aktiv in die militĂ€rische Auseinandersetzung eingreifen könnten, was eine ganz neue Eskalation bedeuten wĂŒrde.

Die Einigung auf die ErklĂ€rung ist einer der wenigen Erfolge, die die derzeitige kanadische G7-PrĂ€sidentschaft bei dem Gipfel erzielen konnte. Bei vielen anderen wichtigen Themen wie Welthandel, Klimaschutz, Ukraine-Krieg und Entwicklungshilfe war es nicht möglich, gemeinsame Positionierungen zu vereinbaren, weil der neue US-PrĂ€sident Trump nicht mit der bisherigen Linie der G7 einverstanden ist. Deswegen verzichteten die kanadischen Gastgeber auch darauf, eine große AbschlusserklĂ€rung aushandeln zu lassen.

Der neue Krieg

Israel attackiert seit der Nacht zu Freitag Ziele im Iran - darunter Atomanlagen, fĂŒhrende MilitĂ€rs, Atomwissenschaftler, Verteidigungsstellungen, Ziele in StĂ€dten und Öl- und Erdgasfelder. Das erklĂ€rte Hauptziel ist es, die Islamische Republik an der heimlichen Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel.

Der Krieg zwischen den beiden Erzfeinden ist eine bedeutsame Eskalation der ohnehin dramatischen Lage im Nahen Osten. Israel fĂŒhrt seit Oktober 2023 auch einen Krieg gegen die islamistische Hamas im Gaza-Streifen - in Reaktion auf einen verheerenden Hamas-Angriff auf israelischem Boden. Durch den militĂ€rischen Konflikt zwischen dem Iran und Israel droht ein FlĂ€chenbrand in der gesamten Region.

@ dpa.de