Trump droht wegen Digitalgesetzen mit Zöllen â EU kontert
26.08.2025 - 15:03:33Die EU gibt sich unbeeindruckt von neuen Zolldrohungen und Forderungen des US-PrĂ€sidenten Donald Trump. Sprecher der fĂŒr die EU-Handelspolitik zustĂ€ndigen EuropĂ€ischen Kommission machten in einer ersten Reaktion deutlich, dass sich die EU nicht von Trump vorschreiben lassen will, welche Regeln sie fĂŒr digitale Plattformen und Unternehmen aufstellt. Zudem wurde auf die jĂŒngsten Vereinbarungen zur Beilegung des Handelskonflikts verwiesen, die eine Zollobergrenze von 15 Prozent fĂŒr fast alle Produkte vorsehen.
Trump hatte am Montagabend (Ortszeit) auf der Plattform Truth Social angekĂŒndigt, er werde sich als US-PrĂ€sident gegen LĂ€nder wehren, die amerikanische Technologieunternehmen angreifen wĂŒrden. Staaten, die eine Digitalsteuer oder Regulierungen fĂŒr Digitales haben, drohte er mit zusĂ€tzlichen Zöllen auf ihre Exporte in die USA sowie mit der VerhĂ€ngung von ExportbeschrĂ€nkungen fĂŒr amerikanische Technologie und Computerchips, sollten sie ihre Regelungen nicht Ă€ndern.
Trump: US-Unternehmen sind kein FuĂabtreter
Amerika und amerikanische Technologieunternehmen seien nicht lĂ€nger das «Sparschwein» oder der «FuĂabtreter» der Welt, warnte er und fĂŒgte hinzu: «Zeigen Sie Amerika und unseren groĂartigen Technologieunternehmen Respekt â oder tragen Sie die Konsequenzen!»
Die EU oder einzelne EU-Staaten erwĂ€hnte Trump nicht explizit. Die US-Regierung fordert allerdings schon lĂ€nger Ănderungen an den strengen EU-Digitalgesetzen, die zum Beispiel die Verbreitung von Falschinformationen ĂŒber Plattformen wie X verhindern sollen und auch Unternehmen wie Amazon, Apple und Meta (Facebook), Alphabet (Google) und Microsoft betreffen.Â
In der ErklĂ€rung zur Zollvereinbarung zwischen den USA und der EU ist von einer beidseitigen Verpflichtung die Rede, «ungerechtfertigte Handelshemmnisse im digitalen Bereich zu beseitigen». Die Interpretation dessen dĂŒrfte aber auseinandergehen: Die EU hĂ€lt ihre aktuellen Regeln â anders als die USA â nicht fĂŒr ungerechtfertigt.
Ein Kommissionssprecher betonte am Dienstag, dass es bei den Regeln nicht nur um fairen Wettbewerb, sondern auch um den Schutz von Kindern und demokratischen Wahlen gehe. VorwĂŒrfe, dass etwa das Gesetz ĂŒber digitale Dienste der EU ein Zensurinstrument sei, hĂ€tten keinerlei Grundlage.


