ROUNDUP, Trump

Trump will 'echtes Ende' - Geisterstadt Teheran

17.06.2025 - 15:55:30

US-PrĂ€sident Donald Trump will nach eigenen Worten ein "echtes Ende" fĂŒr das iranische Atomprogramm.

Es gehe ihm nicht um eine Waffenruhe, sagte Trump nach Angaben mitreisender Reporter auf seiner vorzeitigen RĂŒckreise vom G7-Gipfel in Kanada: "Ein Ende, ein echtes Ende, nicht eine Waffenruhe, ein Ende." Laut Experten brĂ€uchte Israel eine spezielle bunkerbrechende Bombe, wie sie nur die USA besitzen, um die tief im Berg liegende iranische Atomanlage Fordo zerstören zu können.

Am fĂŒnften Tag des Krieges bekĂ€mpften sich beide Seiten mit unverminderter Heftigkeit. In Israel starben bisher laut Regierung 24 Menschen, 600 wurden verletzt. Im Iran unterliegen die Opferzahlen einer Zensur. Die Zahl der Toten und Verletzten dĂŒrfte deutlich höher liegen. Israel hat erneut einen ranghohen iranischen MilitĂ€r getötet - insgesamt sind es jetzt rund 20.

Die Luftangriffe haben die iranische Hauptstadt Teheran in vielen Bezirken in eine Geisterstadt verwandelt. Viele Bewohner der 15-Millionen-Metropole sind geflohen, SupermĂ€rkte - falls ĂŒberhaupt noch offen - sind leergekauft. Das Internet ist stark eingeschrĂ€nkt.

Weitere Angriffe auf Teheran

Israels Luftwaffe griff erneut den Norden Teherans an. Augenzeugen berichteten von einer schweren Explosion in einem dicht besiedelten und wohlhabenden Stadtteil mit bekannten Einkaufszentren.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz kĂŒndigte obendrein neue massive Angriffe an. Es wĂŒrden noch "sehr bedeutsame Ziele" attackiert. "Wir werden dem Iran weiter schwere SchlĂ€ge versetzen", kĂŒndigte er an. Katz sprach von "mehr als zehn nuklearen Zielen im Bereich von Teheran".

Auf die Frage, ob er mit einem Einstieg der USA in den Krieg rechne, sagte Katz: "Der Staat Israel fĂŒhrt diesen Kampf mit eigenen KrĂ€ften." GegenwĂ€rtig seien die USA nur an der Verteidigung Israels beteiligt. Man werde jede Entscheidung der USA respektieren und danke fĂŒr jede UnterstĂŒtzung.

Zahl der iranischen Raketen auf Israel nimmt ab

Iran hat laut israelischen MilitĂ€rkreisen rund 400 ballistische Raketen und viele hundert Drohnen seit Freitag abgefeuert. Deren Zahl hat jedoch zuletzt abgenommen. Das israelische MilitĂ€r kann nach eigenen Angaben viele Raketen zerstören, wĂ€hrend sie noch am Boden zu ihren Stellungen transportiert werden. Die israelische Luftwaffe hat im iranischen Luftraum inzwischen eine große Operationsfreiheit.

USA verstÀrken MilitÀrprÀsenz im Nahen Osten

US-Medien bezeichnen die sich anbahnende Entscheidung des US-PrĂ€sidenten als eine der wichtigsten in der jĂŒngeren Geschichte der US-Außenpolitik. FĂŒr den Fall einer Beteiligung der USA am Krieg zwischen Israel und dem Iran warnt die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas vor einer Ausweitung des Konflikts in der Region. "Wenn die Vereinigten Staaten involviert werden, wird dies die Region definitiv in einen grĂ¶ĂŸeren Konflikt hineinziehen, und das ist in niemandes Interesse", sagte sie vor Journalisten in BrĂŒssel.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge schickt das US-MilitĂ€r einen zweiten FlugzeugtrĂ€ger in den Nahen Osten. Zudem sollen die USA am Wochenende Dutzende Tankflugzeuge nach Europa verlegt haben, um sie im Bedarfsfall schnell im Nahen Osten einsetzen zu können. Der Schutz der eigenen Truppen in der Region Nahost habe Vorrang, heißt es.

Große Einigkeit: Iran darf keine Atomwaffe besitzen

Israel will nach eigener Darstellung mit den Angriffen verhindern, dass der Iran eine Atombombe bauen kann. Die FĂŒhrung in Teheran betont dagegen, dass das Atomprogramm zivilen Zwecken diene. In einem Online-Post schrieb Trump, Teheran hĂ€tte im Streit um das iranische Atomprogramm das von ihm vorgeschlagene Abkommen unterschreiben sollen. Das sei eine "Verschwendung von Menschenleben". In Großbuchstaben ergĂ€nzte er: "Der Iran darf keine Atomwaffe besitzen."

Trump ergĂ€nzte spĂ€ter auf Nachfrage eines Reporters, dass der Iran nach seiner EinschĂ€tzung "sehr nah dran" gewesen sei, eine Atombombe zu haben. Damit wies er eine frĂŒhere gegenteilige EinschĂ€tzung der US-Geheimdienste zurĂŒck.

Die Regierungschefs der fĂŒhrenden Industrienationen einigten sich auf dem G7-Gipfel in Kanada unerwartet auf eine gemeinsame ErklĂ€rung zu dem Krieg. In dem Text wird der Iran als "die Hauptquelle regionaler InstabilitĂ€t und des Terrors" bezeichnet und Israels Recht auf Selbstverteidigung betont. Man habe stets unmissverstĂ€ndlich klargestellt, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen dĂŒrfe.

Zentrales Ziel ist Fordo

Nach israelischen Angaben ist die gut geschĂŒtzte Anlage in der NĂ€he der Stadt Ghom das wichtigste Ziel, wenn es darum geht, den Bau einer iranischen Atomwaffe zu verhindern. "Am Ende dieser ganzen Operation muss Fordo ausgeschaltet sein", sagte Israels Botschafter in Washington, Yechiel Leiter, dem Sender Fox News.

In Fordo drehen sich nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde Hunderte Zentrifugen mit Überschallgeschwindigkeit, um beinahe waffentaugliches Uran mit einem Reinheitsgrad von bis zu 60 Prozent herzustellen.

@ dpa.de

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