US-PrÀsident, Biden

US-PrĂ€sident Biden irritiert mit Aussage ĂŒber Fed-Chef

19.09.2024 - 22:52:16

US-PrÀsident Joe Biden nach der krÀftigen Zinssenkung der Federal Reserve die UnabhÀngigkeit der Notenbank betont und mit einer Aussage zu Fed-Chef Jerome Powell irritiert.

Die UnabhĂ€ngigkeit der Fed habe dem Land gut gedient, sagte der Demokrat in einer Rede zur Wirtschaftspolitik in der US-Hauptstadt Washington. "Übrigens habe ich nicht ein einziges Mal mit dem Vorsitzenden der Fed gesprochen, seit ich PrĂ€sident bin." Der Demokrat hat wĂ€hrend seiner Amtszeit sehr wohl mit Powell gesprochen. Er empfing den Fed-Chef zum Beispiel 2022 gemeinsam mit Finanzministerin Janet Yellen im Weißen Haus, um ĂŒber den Kampf gegen die hohen Verbraucherpreise zu sprechen.

Auf Bidens Aussage angesprochen, sagte sein Wirtschaftsberater im Weißen Haus, Jared Bernstein: "Der PrĂ€sident hat gesagt, dass er mit dem Vorsitzenden Powell nicht ĂŒber die ZinssĂ€tze gesprochen hat. Er hat Powell nicht unter Druck gesetzt und hat dies auch nie getan." Auf die Frage, ob Biden sich dann versprochen habe, betonte Bernstein, Biden habe sich lediglich auf das Thema Zinsen bezogen.

Vor einem Kongressausschuss im Juli sagte Powell, dass er seit dem Treffen im Weißen Haus im Mai 2022 keine GesprĂ€che oder Telefonate mit Biden mehr gefĂŒhrt habe. Er habe Bidens Hand bei einem Staatsempfang geschĂŒttelt, aber nicht mit ihm gesprochen, so der Fed-Chef.

Trump ist kein Fan von Powell

Biden sagte weiter, im Gegensatz zu seinem VorgĂ€nger im Amt, dem Republikaner Donald Trump, respektiere er die UnabhĂ€ngig der Federal Reserve und ihren Auftrag, die Inflationsrate zu senken. Trump hatte in seiner Zeit als US-PrĂ€sident Powell fĂŒr die erste Amtszeit als Fed-Chef nominiert, ihn danach aber wegen Zinserhöhungen kritisiert.

Am Mittwoch hatte die US-Notenbank erstmals seit mehr als vier Jahren die Zinsen gesenkt - mit einem beachtlichen Zinsschritt um 0,5 Prozentpunkte. Der republikanische PrÀsidentschaftskandidat Trump warf der Fed vor, vor der PrÀsidentenwahl Politik zu machen und mit Zinssenkungen vor der Abstimmung am 5. November die wirtschaftliche Stimmung in den USA im Sinne der Demokraten zu beeinflussen.

Inflation politische Last fĂŒr Biden

Biden sagte nun, dass die Zinssenkung der US-Notenbank keine SiegeserklĂ€rung im Kampf gegen die Inflation sei. "Es ist eine ErklĂ€rung des Fortschritts", sagte der 81-JĂ€hrige. Es sei wichtig, dass die Menschen in diesem Land diesen Fortschritt anerkennten und nicht in einer "negativen Denkweise" gefangen blieben. Die PrĂ€sidentschaft Bidens war von den hohen Verbraucherpreisen ĂŒberschattet. Im Sommer 2022 lag die Inflationsrate bei mehr als 9 Prozent. Mittlerweile nĂ€hert sie sich weiter der Zielmarke der Fed von 2 Prozent an.

@ dpa.de