Biden und Harris versprechen Hilfe fĂŒr Sturm-Opfer
03.10.2024 - 06:22:22 | dpa.deBiden besuchte zunĂ€chst Greenville im Bundesstaat North Carolina und reiste danach in die Stadt Raleigh in South Carolina weiter. "Ich habe den Westen North Carolinas aus der Luft besichtigt", sagte Biden bei einem Treffen mit den örtlichen Notfallbehörden und versprach erneut umfassende Hilfe. "Mein Herz schlĂ€gt fĂŒr alle, die diesen unvorstellbaren Verlust erlitten haben. Wir lassen Euch nicht im Stich."
Bereits zuvor hatte der PrĂ€sident angekĂŒndigt, bis zu 1.000 Soldaten zu mobilisieren, um bei der Verteilung von Lebensmitteln, Wasser und anderen dringend benötigten GĂŒtern zu helfen.
Seine Stellvertreterin Harris war zur selben Zeit im Bundesstaat Georgia unterwegs. Dort dankte sie den RettungskrĂ€ften, die mitunter trotz eigener Verluste völlig Fremden zu Hilfe geeilt seien. "Das ist eines der schönen Dinge in diesem Land: Dass Menschen in solchen Notsituationen wirklich zusammenhalten", sagte Harris in der Stadt Augusta. "Das unterstreicht wirklich die Tatsache, dass die ĂŒberwiegende Mehrheit von uns so viel mehr gemeinsam hat als das, was uns trennt."
Extremwetter wird zum Wahlkampfthema
Bei der Aussage handelte es sich wohl auch um einen indirekten Seitenhieb an ihren Kontrahenten Donald Trump. Die Demokratin tritt bei der PrĂ€sidentschaftswahl am 5. November gegen den Republikaner an. Der Sturm und seine Folgen könnten kurz vor der Wahl zum Politikum werden. Ăhnlich wie Hurrikan "Katrina" im Jahr 2005, der die damalige Regierung unter Republikaner George W. Bush unter Druck setzte, steht auch die aktuelle Administration unter kritischer Beobachtung bezĂŒglich ihres Krisenmanagements. Trump versucht bereits, die Katastrophe fĂŒr seinen Wahlkampf zu nutzen.
Biden sagte wĂ€hrend seines Besuchs in North Carolina, in so einem Moment mĂŒsse Politik beiseitegelassen werden. "Es gibt keine Demokraten oder Republikaner, nur Amerikaner", mahnte der PrĂ€sident.
Viele Tote und verheerende Zerstörung
"Helene" war als Hurrikan der zweithöchsten Kategorie am Donnerstagabend im Nordwesten Floridas auf Land getroffen, schwĂ€chte sich dann etwas ab und zog weiter nach Norden. Der Sturm hinterlieĂ in sechs Bundesstaaten immense VerwĂŒstungen. Heute reist Biden in die betroffenen Gebieten in Florida und Georgia. Auch Harris plant fĂŒr die kommenden Tage weitere Besuche in den vom Sturm verwĂŒsteten Regionen.
Nach ZĂ€hlungen des US-Senders CNN kamen mindestens 189 Menschen ums Leben, Hunderte werden weiterhin vermisst. Laut Behörden ereigneten sich die meisten TodesfĂ€lle durch umgestĂŒrzte BĂ€ume. US-Medien berichten, dass "Helene" zu den tödlichsten StĂŒrmen der vergangenen Jahrzehnte gehört; seit 1950 haben demnach nur acht StĂŒrme auf dem US-Festland mehr als 100 Menschenleben gefordert.
Maultiere im Einsatz
Noch am Mittwochmittag (Ortszeit) waren mehr als eine Million Haushalte im Katastrophengebiet ohne ElektrizitĂ€t. Besonders in North und South Carolina wurden groĂe Teile des Stromnetzes zerstört. StraĂen sind vielerorts unpassierbar, was die Lieferung dringend benötigter HilfsgĂŒter erschwert. In schwer zugĂ€nglichen Gebieten kommen sogar Maultiere zum Einsatz, um VorrĂ€te zu transportieren, wie US-Medien berichteten.
Da viele Menschen keinen Handy-Empfang haben, hinterlassen Such- und Rettungsteams handgeschriebene Anweisungen. Ăberlebende schreiben ihre Namen teils auf Plastikplanen, die dann online geteilt werden, um ihre Angehörigen zu informieren. Der Satelliten-Internetdienst Starlink kĂŒndigte an, betroffenen Regionen 30 Tage lang kostenloses Netz bereitzustellen.
Wissenschaftler warnen: Klimawandel als Ursache
Wissenschaftler machen den Klimawandel, hauptsĂ€chlich verursacht durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, fĂŒr die Zunahme von Extremwetterereignissen wie "Helene" verantwortlich. Die steigenden Temperaturen in den Ozeanen tragen zur Intensivierung von Hurrikanen bei, indem sie mehr Energie und Feuchtigkeit in die StĂŒrme einspeisen. ZusĂ€tzlich fĂŒhrt der steigende Meeresspiegel zu stĂ€rkeren Sturmfluten.
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