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US-Regierung verkĂŒndet Atempause im Zollstreit

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 11:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

WASHINGTON - Die US-Regierung hatte es zum Auftakt von Xi Jinpings Staatsbesuch eilig, Fortschritte im Handelsstreit zu prÀsentieren.

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WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Regierung hatte es zum Auftakt von Xi Jinpings Staatsbesuch eilig, Fortschritte im Handelsstreit zu prĂ€sentieren. Kaum war Chinas Staatschef in Washington gelandet, verkĂŒndete Finanzminister Scott Bessent beim Sender Fox News, dass sich beide LĂ€nder auf eine VerlĂ€ngerung ihrer Zollpause um zwei Monate verstĂ€ndigt hĂ€tten.

"Wir haben heute vereinbart, das sogenannte Busan-Abkommen zu verlĂ€ngern", sagte Bessent. AuffĂ€llig: Von chinesischer Seite gab es auch Stunden spĂ€ter noch keine BestĂ€tigung eines Abkommens. Das Handelsministerium ließ eine Anfrage unbeantwortet. Das Außenministerium sah sich angesprochen auf Bessents AnkĂŒndigung nicht zustĂ€ndig in der Sache.

Wie Bessent mitteilte, soll der Aufschub der Zölle statt bis zum 10. November nun bis zum 10. Januar gelten. "Das verschafft uns mehr Zeit, um zu prĂŒfen, was wir auf wirtschaftlicher Ebene tun können." Der Einigung waren Bessent zufolge mehrere Treffen mit Chinas Vizepremier He Lifeng vorausgegangen.

Handelsstreit mit Folgen auch fĂŒr Deutschland

Eine dauerhafte Einigung wĂ€re auch fĂŒr die Weltwirtschaft bedeutsam. Viele Unternehmen blicken mit Sorge auf den Handelsstreit der beiden grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaften. Deutschland und Europa sind ĂŒber AbsatzmĂ€rkte und Lieferketten eng mit beiden LĂ€ndern verbunden. Hohe US-Zölle auf chinesische Waren könnten zudem dazu fĂŒhren, dass Hersteller aus China ihre Produkte verstĂ€rkt nach Europa liefern.

Im FrĂŒhjahr 2025 war der Handelskonflikt zwischen den beiden grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaften eskaliert. Die USA erhöhten ihre Einfuhrzölle auf chinesische Waren auf bis zu 145 Prozent. China reagierte mit Gegenzöllen von bis zu 125 Prozent und verhĂ€ngte Exportkontrollen auf strategisch wichtige Rohstoffe. Im Oktober vereinbarten Trump und Xi im sĂŒdkoreanischen Busan unter anderem ein Aussetzen hoher zusĂ€tzlicher Zölle.

Die EU-Handelskammer in China begrĂŒĂŸte die nun angekĂŒndigte VerlĂ€ngerung. WĂŒrden die geplanten zusĂ€tzlichen Exportkontrollen umgesetzt, hĂ€tte dies nach ihrer EinschĂ€tzung lĂ€hmende Folgen fĂŒr die Industrie. Es gebe aber weiter erhebliche Unsicherheit fĂŒr die Zeit nach dem 10. Januar.

Der China-Experte Scott Kennedy vom US-Forschungsinstitut CSIS hatte im Vorfeld erklĂ€rt, Peking wĂŒnsche sich eine VerlĂ€ngerung bis zum Ende von Trumps Amtszeit. Washington wolle dagegen nur wenige zusĂ€tzliche Monate, um Druck auf China ausĂŒben zu können.

Xi: "Entscheidendes Jahr" fĂŒr Beziehung zu den USA

WĂ€hrend die US-Seite gleich zum Auftakt einen Deal hervorhob, wurde Xi grundsĂ€tzlicher: Die USA und China sollten Partner und keine Rivalen sein, erklĂ€rte er in einer von der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua verbreiteten schriftlichen Ansprache. Es sei ein "entscheidendes Jahr" fĂŒr die Beziehungen beider LĂ€nder. Beide Seiten sollten stabile Beziehungen mit Kooperation, moderatem Wettbewerb, ĂŒberwindbaren Differenzen und der Aussicht auf Frieden fördern.

Bei den Auseinandersetzungen der beiden GroßmĂ€chte geht es nicht nur um Zölle. Peking kritisiert US-Exportkontrollen auf Halbleiter und Chips fĂŒr die Entwicklung von KĂŒnstlicher Intelligenz. Washington wirft China dagegen vor, bestimmte Rohstoffe gezielt zurĂŒckzuhalten. FĂŒr die Ausfuhr seltener Erden benötigen auslĂ€ndische Unternehmen derzeit Genehmigungen, die das chinesische Handelsministerium erteilt.

Das Genehmigungsverfahren gilt nach Angaben von Handelskammern allerdings als undurchsichtig und aufwendig, weil die Behörde viele detaillierte Angaben zur Verwendung der Rohstoffe verlangt. Mitunter werden Lizenzen ohne Angabe von GrĂŒnden nicht erteilt. Die USA kritisierten bereits im Vorfeld, dass China seine Zusage, wieder zuverlĂ€ssig seltene Erden zu liefern, nicht einhalte. Offiziell argumentiert China, mit den Exportkontrollen die Nutzung seltener Erden fĂŒr militĂ€rische Zwecke unterbinden zu wollen.

Staatsbankett mit Musk, Bezos und Co.

Am Donnerstag standen ein feierlicher Empfang im Weißen Haus, GesprĂ€che der beiden PrĂ€sidenten und am Abend ein Staatsbankett auf dem Programm. Dazu wurden auch fĂŒhrende Vertreter der US-Wirtschaft erwartet, darunter Tesla US88160R1014-Chef Elon Musk, Amazon US0231351067-GrĂŒnder Jeff Bezos, Apple US0378331005-Verwaltungsratschef Tim Cook, Alphabet US02079K3059-Chef Sundar Pichai und Nvidia US67066G1040-Chef Jensen Huang. FĂŒr Freitag waren ein gemeinsamer Tee der PrĂ€sidentenpaare und ein Besuch im US-Nationalarchiv vorgesehen.

FĂŒr Chinas Staats- und Parteichef ist es die erste USA-Reise seit 2023, als er damals zum Wirtschaftsgipfel Apec nach Kalifornien gereist war und Trumps VorgĂ€nger Joe Biden getroffen hatte. Trump hatte Xi wĂ€hrend seines Besuchs in Peking Mitte Mai ins Weiße Haus eingeladen.

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