US-Zusatzzölle, China-USA-Handel

US-Zusatzzölle gegen China: Washington verlÀngert Aufschub bis Januar

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 01:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die USA verschieben zusĂ€tzliche Zölle auf chinesische Waren um zwei Monate bis zum 10. Januar. Die AnkĂŒndigung fĂ€llt mit dem Beginn von Xi Jinpings dreitĂ€gigem Staatsbesuch in Washington zusammen.

Bessent gibt Aufschub fĂŒr Zölle gegen China bekannt. (Archivbild) - Bild: Bai Xueqi/XinHua/dpa
Bessent gibt Aufschub fĂŒr Zölle gegen China bekannt. (Archivbild) - Bild: Bai Xueqi/XinHua/dpa

Die USA verschieben zusÀtzliche Zölle auf Importe chinesischer Waren nach Angaben von US-Finanzminister Scott Bessent um zwei Monate bis zum 10. Januar.

Aufschub bis Januar

Bessent sagte dem Sender Fox News am Mittwoch zum Beginn des dreitÀgigen Staatsbesuchs von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping in Washington, beide Seiten hÀtten vereinbart, das sogenannte Busan-Abkommen zu verlÀngern.

Das Abkommen geht auf ein Treffen von US-PrĂ€sident Donald Trump und Xi im sĂŒdkoreanischen Busan im vergangenen Oktober zurĂŒck. Dabei hatten die beiden LĂ€nder das Aussetzen hoher zusĂ€tzlicher Zölle vereinbart.

Handelskonflikt eskalierte im April 2025

Der Handelskonflikt war im April 2025 eskaliert, als sich die Regierungen gegenseitig mit Zusatzzöllen von mehr als 100 Prozent ĂŒberzogen. Der aktuelle Aufschub sollte ursprĂŒnglich am 10. November enden.

„Das verschafft uns mehr Zeit, um zu prĂŒfen, was wir auf wirtschaftlicher Ebene tun können“, sagte Bessent. Seinen Angaben zufolge waren der Entscheidung mehrere Treffen mit Chinas Vizepremier He Lifeng vorausgegangen.

Streit ĂŒber Rohstoffe und Technologie

Die chinesische Seite Ă€ußerte sich zunĂ€chst nicht zu dem von Bessent angekĂŒndigten Aufschub. Belastet wird das VerhĂ€ltnis zusĂ€tzlich durch Exportkontrollen beider LĂ€nder.

Das Busan-Abkommen verhinderte zwar weitere chinesische Exportkontrollen fĂŒr seltene Erden und technologisches Wissen. Peking erlaubt die Ausfuhr wichtiger Rohstoffe aber weiterhin nur nach langwierigen Genehmigungsverfahren. Die USA halten ihrerseits fortschrittliche Computerchips fĂŒr die Entwicklung KĂŒnstlicher Intelligenz zurĂŒck.

Auch globale Konflikte Thema

Bei den GesprĂ€chen von Trump und Xi dĂŒrften neben dem Handelsstreit auch die Sicherheit im Umgang mit KĂŒnstlicher Intelligenz und globale Konflikte eine Rolle spielen. Dazu zĂ€hlen der Iran-Krieg und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Eine verlÀngerte Atempause

Der erneute Aufschub verlĂ€ngert eine fragile Handelsruhe zwischen den beiden grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaften der Welt. Nach der Eskalation im April 2025 hatten sich die USA und China auf ein befristetes Aussetzen besonders hoher Zusatzzölle verstĂ€ndigt. Die nun genannte Frist bis zum 10. Januar schafft Zeit fĂŒr weitere Verhandlungen, beseitigt den Konflikt aber nicht.

Im Mittelpunkt stehen neben Zöllen die gegenseitige AbhĂ€ngigkeit bei strategischen GĂŒtern und Technologien. China verfĂŒgt ĂŒber eine starke Stellung bei seltenen Erden und deren Verarbeitung. Die USA begrenzen im Gegenzug den Zugang zu besonders leistungsfĂ€higen Chips und AusrĂŒstung fĂŒr KĂŒnstliche Intelligenz. Beide Seiten nutzen damit wirtschaftliche Instrumente zugleich als Mittel ihrer Sicherheits- und Industriepolitik.

Bedeutung fĂŒr Unternehmen und Verbraucher

FĂŒr Unternehmen bedeutet die VerlĂ€ngerung zunĂ€chst mehr Planungssicherheit, weil ein unmittelbarer neuer Zollsprung ausbleibt. Lieferketten, Preise und Investitionsentscheidungen bleiben jedoch von politischen BeschlĂŒssen abhĂ€ngig. Besonders betroffen sind Branchen mit hohem Technologieanteil sowie Hersteller, die auf kritische Rohstoffe angewiesen sind.

Der Gipfel kann deshalb allenfalls einen begrenzten Fortschritt bringen. Eine dauerhafte Entspannung wĂŒrde verlĂ€ssliche Regeln fĂŒr Rohstofflieferungen, Exportkontrollen und den Zugang zu MĂ€rkten voraussetzen. Zugleich erhöht der Aufschub den Druck auf beide Regierungen, bis Januar konkrete Ergebnisse vorzulegen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „Gipfel Trump–Xi: Warum fĂŒr Europa so viel auf dem Spiel steht“ (23.09.2026)

Der Bericht ordne den Zollstreit in die wirtschaftlichen Interessen Europas ein und schreibe, der Waffenstillstand laufe am 10. November aus. Anders als die dpa-Meldung richte Euronews den Schwerpunkt auf mögliche Folgen fĂŒr die EU, insbesondere bei seltenen Erden, Handelsumlenkungen und KĂŒnstlicher Intelligenz.

tagesschau.de: „Xi in den USA: Trump und Chinas Staatschef vor schwierigen GesprĂ€chen“ (23.09.2026)

Der Beitrag bestĂ€tige, dass Handelsfragen, ExportbeschrĂ€nkungen und das Zollmoratorium zu den zentralen Themen des Staatsbesuchs gehörten. Er betone stĂ€rker als die dpa-Meldung die langfristigen InteressengegensĂ€tze bei seltenen Erden, Chips, Taiwan und globaler Sicherheit und stelle offen, ob die aktuelle StabilitĂ€t ĂŒber den vereinbarten Zeitraum hinausreiche.

Beide Berichte stellten die VerlÀngerung beziehungsweise mögliche VerlÀngerung der Handelsruhe als wichtigen Bestandteil des Gipfels dar. Unterschiede gebe es vor allem beim Blickwinkel: Euronews fokussiere Europas wirtschaftliche Risiken, wÀhrend tagesschau.de die strategische RivalitÀt und die politischen Konfliktfelder hervorhebe.

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