USDA, Zahlen

USDA veröffentlicht wichtige Zahlen! Mais Limit Down!

Veröffentlicht: 02.04.2007 um 20:20 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller (Chefredaktion)

Liebe Leserinnen und Leser, am Freitag war wieder einiges an Schwung in den MĂ€rkten vorhanden vor allem wenn man die Futures auf Weizen, Mais und Sojabohnen genauer beobachtet hat. Ausschlaggebend war der von mir schon in der letzten Woche erwĂ€hnte AnbauflĂ€chenreport des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums. Folgende Werte wurden fĂŒr die einzelnen Rohstoffe gestern gemeldet: Ø Mais: 90,45 Millionen Acres nach 78,3 im Vorjahr und einer durchschnittlichen AnalystenschĂ€tzung von 88,061 Ø Sojabohnen: 67,14 Millionen Acres nach 75,5 Millionen in der letzten Saison und Vorabprognosen von 69,167 Ø Weizen: 60,30 Millionen Acres nach 57,3 im letzten Jahr und 59,635 Millionen als durchschnittliche Prognose Ø Baumwolle: 12,15 Millionen Acres nach 15,27 im Vorjahr und zuvor geschĂ€tzten 12,30 Millionen. Des weiteren wurden noch die LagerbestĂ€nde am 1. MĂ€rz bekannt gegeben: Ø Mais: 6,070 nach 6,987 Milliarden Scheffel und zuvor geschĂ€tzten 6,023 Ø Sojabohnen: 1,784 Milliarden Scheffel nach 1,669 im letzten Jahr und prognostizierten 1,801 Milliarden. Ø Weizen: 0,856 Milliarden Scheffel (engl.: Bushel) nach 0,972 im letzten Jahr und 0,881 Milliarden als durchschnittliche Prognose der Befragten Analysten von Dow Jones Newswires. Die Reaktionen im Markt waren extrem heftig, da man sich vorwiegend auf den Acreage Report (AnbauflĂ€chenbericht) konzentriert hatte. Der Mai Mais Future eröffnete gleich Limit Down und bewegte sich auch die restliche Zeit nicht mehr vom Fleck. Bereits in der letzten Ausgabe hatte ich erwĂ€hnt, dass jede AnbauflĂ€chenschĂ€tzung ĂŒber neun Millionen Acres bĂ€rische Signale an den Markt senden dĂŒrfte. Aus diesem Grund war es auch sehr hilfreich, dass wir am Montag unseren Christmas Tree aufbauen und bereits erste Gewinne erzielen konnten. Sollte der Markt nun komplett einbrechen interessiert dies unsere Optionsstrategie nicht, da wir immer noch ein einfaches RRR (Risk Reward Ratio) bekommen. Falls sich Mais allerdings in den kommenden drei Monaten wieder erholt, können wir sogar auf noch höhere Risk Reward Ratios hoffen, da wir erst oberhalb der Marke von fĂŒnf Dollar dem Markt hilflos ausgesetzt sind (natĂŒrlich nur wenn unser gesetzter Verluststop vorher nicht greift). Meiner Meinung nach ist Mais komplett ĂŒberkauft und inzwischen Ă€ußerst spekulativ geworden. Ich rechne damit, dass wir in den kommenden Tagen weitere AbverkĂ€ufe sehen werden, vor allem da aktuell damit gerechnet wird, dass die Futures am Sonntag im elektronischen Handel wieder auf dem unteren Limit eröffnen dĂŒrften. Bei Baumwolle kann man in letzter Zeit spĂŒren, dass immer mehr Analysten auf den Bullenzug aufspringen und steigende Kurse prognostizieren. Eine Reduktion der AnbauflĂ€che um 20% spricht auch fĂŒr diese These, jedoch muss man ebenfalls andere Faktoren betrachten. Die Kosten fĂŒr Maissaatgut sind enorm angestiegen (kein Wunder bei der massiven FlĂ€chenausweitung) und die LagerkapazitĂ€t ist inzwischen ebenfalls sehr begrenzt. Judy Ganes von J. Ganes Consulting rechnet beispielsweise damit, dass sich die FlĂ€che weitaus weniger verringern wird, da es fĂŒr die Landwirte trotz der niedrigen Preise unwirtschaftlich wĂ€re zwischen den einzelnen Rohstoffen zu tauschen. Des weiteren wird Baumwolle in den U.S.A. von der Regierung immer noch subventioniert, weswegen es aus wirtschaftlicher Sicht fĂŒr die Landwirte besser ist Baumwolle zu pflanzen als gegen Mais zu tauschen. Beim Rohöl war ebenfalls Bewegung im Markt nachdem sich der Iran weiterhin weigert, die britischen Seeleute freizulassen. WĂ€hrend manche Journalisten wieder mit Preisen um 100$ rechnen und schon eine Ölkrise kommen sehen, bin ich nicht so bullisch gestimmt. Kurzfristig gehe ich durchaus davon aus, dass der Ölfuture noch fĂŒr einige Dollar gut sein könnte, allerdings bin ich davon ĂŒberzeugt, dass der Iran nicht die Straße von Hormuz sperren wird und dadurch die Öllieferungen in die Industrienationen unterbricht. Meine Vermutung basiert darauf, dass der Iran einer der weltweitgrĂ¶ĂŸten Importeure von Benzin ist und eine Sperre dieser Meerenge drastische Sanktionen nach sich ziehen wĂŒrde, die unter anderem auch den Export von Benzin stoppen werden. Bereits vor einigen Wochen erschien ein interessanter Artikel, der die Benzinsituation im Iran nĂ€her untersucht hatte. Der Autor bestĂ€tigte, dass eine enorme Nachfrage herrsche und Benzin rationiert bzw. auch die Preise (welche nur bei wenigen US Cents pro Liter liegen) angehoben werden mĂŒssen. Die VolatilitĂ€t der Öloptionen ist in den letzten Tagen um zeitweise sechs Prozent gestiegen und hat sich mittlerweile bei 32% wieder etwas beruhigt. Trotzdem sind die Optionen immer noch teuer genug um eine kurzfristige Strategie aufzubauen um von weiteren Steigerungen zu profitieren.

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