UTP-Reform, HDE

UTP-Reform in der EU: HDE fordert Schutz nur für direkte Verträge

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 11:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Handelsverband erläutert die Lieferkette und fordert, den Richtlinienschutz auf direkte Verträge mit landwirtschaftlichen Erzeugern zu begrenzen.
Ein weites, goldenes Weizenfeld unter einem klaren blauen Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat ein neues Webangebot gestartet, das umfassend über die Funktionsweise der Lebensmittellieferkette sowie die europäische Regelung zu unlauteren Handelspraktiken informiert.

Anlass für die Bereitstellung des Informationsportals ist die bevorstehende Überarbeitung der sogenannten UTP-Richtlinie auf europäischer Ebene. Über die digitale Plattform stellt der Verband Hintergrundberichte, Verbandspositionen sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen bereit, um die Debatte über faire Handelsbedingungen faktenbasiert zu begleiten.

Fokus auf faire Marktbedingungen für Erzeuger

Nach Darstellung des HDE zielt die UTP-Richtlinie im Kern darauf ab, kleinere landwirtschaftliche Erzeuger vor unlauteren Handelspraktiken wirtschaftlich stärkerer Marktteilnehmer zu schützen. Das neue Informationsangebot soll aufzeigen, wie die bestehenden Regelungen wirken und welche Rahmenbedingungen für eine ausgewogene Wertschöpfungskette notwendig sind.

HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth unterstrich in diesem Zusammenhang das Ziel, dass Landwirte im Markt wettbewerbsfähig agieren und ihre Erzeugnisse unter verlässlichen Bedingungen vermarkten können müssen.

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Die politischen und gesetzlichen Instrumente müssten darauf ausgerichtet sein, die wirtschaftliche Situation der landwirtschaftlichen Erzeuger nachhaltig zu verbessern. Nur mit klaren und fairen Leitplanken könne sichergestellt werden, dass die Erzeugerbetriebe den Transformationsanforderungen der Branche standhalten und gleichzeitig wirtschaftlich stabil bleiben.

Warnung vor Vorteilen für multinationale Großkonzerne

Im Hinblick auf den anstehenden Revisionsprozess der Richtlinie formuliert der Spitzenverband des deutschen Einzelhandels deutliche Erwartungen an die europäischen Gesetzgeber. Der HDE fordert, dass die EU-Kommission im Zuge der Überarbeitung sicherstellt, dass die Schutzmechanismen ausschließlich für die konkreten Vertragsverhältnisse zwischen Landwirten und deren direkten Abnehmern gelten.

Der Verband warnt davor, den Anwendungsbereich zu weit auszudehnen: Multinationale Konzerne der Ernährungsindustrie dürften unter dem bestehenden Schutzmantel der Richtlinie keine Zuflucht finden. Der HDE fasst seine Haltung in der Leitlinie zusammen, kleine Akteure zu stärken, anstatt Großunternehmen zusätzlichen Schutz zu gewähren.

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Werde dieser Grundsatz bei der Weiterentwicklung der Rechtsvorschriften missachtet, drohten erhebliche Fehlsteuerungen entlang der gesamten Lieferkette, die letztlich zu höheren Preisen für die Verbraucherinnen und Verbraucher führen könnten.

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