Varta-Insolvenz: 4.200 Mitarbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 00:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Varta AG hat am 24. Juli 2026 beim Amtsgericht Stuttgart offiziell einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt. Wie aus Unternehmenskreisen und Medienberichten hervorgeht, umfasst dieser Schritt neben der Konzernmutter auch die Tochtergesellschaften Varta Microbattery GmbH, Varta Micro Production GmbH sowie die Varta Storage GmbH. Ziel des Verfahrens ist eine Sanierung des angeschlagenen Batterieherstellers, der mit erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpft.
Ursachen für die finanzielle Schieflage
Die Gründe für den Gang zum Insolvenzgericht sind vielschichtig. Ein wesentlicher Faktor ist die Beendigung der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Technologiekonzern Apple. Darüber hinaus belasten eine allgemein schwächere Nachfrage am Markt sowie negative Währungseffekte die Bilanz des Unternehmens.
Die wirtschaftlichen Kennzahlen verdeutlichen den Druck: Für das Geschäftsjahr 2024 wies Varta einen Umsatz von 793 Millionen Euro aus, verbuchte jedoch gleichzeitig einen Verlust in Höhe von 64,5 Millionen Euro. Aktuellen Prognosen zufolge drohe dem Konzern ab dem Jahr 2027 die Überschuldung. Um den laufenden Betrieb zu sichern und die Sanierung voranzutreiben, bestehe ein kurzfristiger Finanzbedarf, der sich im mittleren zweistelligen Millionenbereich bewege.
Auswirkungen auf Mitarbeiter und Standorte
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Weltweit beschäftigt Varta rund 4200 Mitarbeiter. Für die Belegschaft gibt es zunächst die Zusage, dass Löhne und Gehälter im Rahmen des Verfahrens weitergezahlt werden. Dennoch stehen einschneidende Veränderungen bevor. Besonders betroffen ist der Standort Nördlingen. Das dortige Werk, in dem 350 Mitarbeiter tätig sind, soll im Herbst 2026 geschlossen werden. Hintergrund für diese Entscheidung ist der Umstand, dass Apple seine Batterien künftig aus China beziehen werde und damit ein zentraler Auftraggeber für den Standort wegfällt.
Die IG Metall reagierte kritisch auf die jüngsten Entwicklungen. Vertreter der Gewerkschaft bemängelten die strategische Ausrichtung und verwiesen dabei insbesondere auf die Renditeinteressen der beteiligten Banken.
Geplante Aufspaltung und zukünftige Struktur
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Im Rahmen der Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung der Varta AG im Amt, wird jedoch durch einen gerichtlich bestellten Sachwalter überwacht. Der Sanierungsplan sieht eine deutliche Umstrukturierung des Konzerns vor. Die Sparte für Haushaltsbatterien ist nach derzeitigem Stand nicht von der Insolvenz betroffen. Es ist geplant, dass dieser Bereich von einem Gläubigerkonsortium übernommen wird, dem unter anderem die Deutsche Bank, RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox angehören.
Der bisherige Mehrheitseigentümer Michael Tojner beabsichtigt, die Mikrobatterien-Sparte sowie das Solutionsgeschäft fortzuführen. Eine weitere direkte finanzielle Unterstützung durch frisches Kapital lehnten sowohl Michael Tojner als auch der Miteigentümer Porsche jedoch ab. Damit ist das Unternehmen nun darauf angewiesen, die Sanierung aus eigener Kraft und im Rahmen des gerichtlichen Verfahrens erfolgreich abzuschließen.
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