Porsche will E-Auto-BatteriegeschĂ€ft von Varta ĂŒbernehmen
05.07.2024 - 09:29:51Der Sportwagenhersteller Porsche will dem angeschlagenen Batteriekonzern Varta sein GeschĂ€ft fĂŒr Elektroautobatterien abkaufen. Man befinde sich mit Porsche in Verhandlungen ĂŒber ein mögliches Mehrheitsinvestment in die Varta-Tochter V4Drive, wie Varta in der Nacht in Ellwangen mitteilte.
Die Firmen hĂ€tten dazu bereits eine unverbindliche AbsichtserklĂ€rung geschlossen. ZunĂ€chst soll die Varta-Tochter ausgelagert werden. Die Volkswagen-Konzerntochter Porsche wĂŒrde sich in einem zweiten Schritt ĂŒber eine Kapitalerhöhung beteiligen. Finanzielle Details nannte Varta nicht. Ob der Deal zustande kommt, hĂ€ngt demnach noch von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem einer eingehenden PrĂŒfung der BĂŒcher durch Porsche.
Varta bereits lÀnger in der Krise
Der Batteriekonzern steckt schon lĂ€nger in der Krise, weil die GeschĂ€fte nicht mehr rund laufen. Die Nachfrage nach kleinen Lithium-Ionen-Knopfzellen, zum Beispiel fĂŒr Kopfhörer, schwankt stark. AuĂerdem klagte Varta zuletzt ĂŒber Billig-Konkurrenz aus China sowie anhaltende Probleme in den Lieferketten. Zu allem Ăberfluss hatten Hacker im Februar Vartas Computersysteme attackiert und die Produktion fĂŒr mehrere Wochen lahmgelegt.Â
Erst im Juni hatte Varta seine Umsatzziele kassiert. Zuvor hatte der Konzern auch eingestehen mĂŒssen, dass das eigene Umstrukturierungskonzept nicht mehr ausreicht, um wie geplant bis Ende 2026 auf einen profitablen Wachstumskurs zurĂŒckzukehren.
Die Elektroautobatterie namens V4Drive sollte dem Konzern neue GeschĂ€ftschancen in der ElektromobilitĂ€t eröffnen. Lange war spekuliert worden, dass Porsche ein erster Kunde fĂŒr die Batteriezellen von Varta sein dĂŒrfte.
Porsche plant eigene Batterieproduktion
Die Zuffenhausener wollen ohnehin eine eigene Batteriezellproduktion mit Partnern auf die Beine stellen. FrĂŒheren Angaben zufolge plant der Sport- und GelĂ€ndewagenbauer in den kommenden Jahren den Aufbau einer Produktion im Umfang von 10 bis 20 Gigawattstunden ZellkapazitĂ€t jĂ€hrlich. Das wĂŒrde rechnerisch fĂŒr 200.000 Autos mit einer BatteriekapazitĂ€t von 100 Kilowattstunden reichen. Porsche verkaufte 2023 rund 320.000 Autos, der GroĂteil besteht aber noch aus Verbrennern.
FĂŒr 20 Gigawattstunden seien Investitionen von zwei bis drei Milliarden Euro nötig, hieĂ es. DafĂŒr will sich Porsche Partner suchen. Wo eine solche Zellproduktion entstehen wĂŒrde, ist bislang nicht klar. Porsche will darĂŒber hinaus auch mit der Batteriefirma PowerCo der Konzernmutter Volkswagen zusammenarbeiten.





