VDMA fordert Importverbote: 67 Prozent der Maschinenbauer sehen Sicherheitsmängel
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deWegen verbreiteter Sicherheitsmängel bei importierten Maschinen aus Drittstaaten verlangt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ein entschlosseneres Eingreifen der Regulierungsbehörden. Der Branchenverband fordert die Einführung einer Schwarzen Liste mit unmittelbarem Importverbot, schärfere Produktkontrollen an den Grenzen sowie eine behördliche Marktüberwachung aus einer Hand.
Hohe Mängelquoten und spürbare Wettbewerbsnachteile
Grundlage der Forderungen ist eine Blitzumfrage des VDMA, an der sich mehr als 400 Mitgliedsunternehmen aus knapp 20 Fachzweigen beteiligt haben. Die Erhebung zeichnet ein deutliches Bild der Wettbewerbssituation: Zwei von drei Maschinenbaufirmen (67 Prozent) treffen im Wettbewerb auf Produkte, die wesentliche gesetzliche Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen.
Diese Praxis hat unmittelbare wirtschaftliche Auswirkungen auf die Hersteller regelkonformer Technik. Mehr als die Hälfte der betroffenen Firmen berichtet von Auftragsverlusten gegenüber Anbietern mit geringeren Sicherheitsstandards. VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann betonte vor diesem Hintergrund, dass Sicherheit kein Wettbewerbsnachteil sein dürfe.
Zu den typischen Mängeln, die bei den beanstandeten Importgeräten festgestellt werden, zählen unter anderem fehlende Notabschaltungen sowie mangelhafte Schutzvorrichtungen. Zudem fallen die Produkte regelmäßig durch erhebliche Defizite bei der elektrischen Sicherheit und das Fehlen der vorgeschriebenen CE-Kennzeichnung auf.
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Herkunftsländer und Haftungsrisiken für gewerbliche Betreiber
Die Erhebung gibt auch Aufschluss über die Herkunftsregionen der beanstandeten Maschinen. Als häufigstes Ursprungsland gilt laut Umfrage China mit einem Anteil von 52 Prozent, gefolgt von Indien und der Türkei. In 37 Prozent der Fälle ist die genaue Herkunft der Produkte allerdings nicht klar zuordenbar.
Für Unternehmen, die solche Maschinen erwerben und in Betrieb nehmen, entstehen erhebliche rechtliche und finanzielle Risiken. Der VDMA weist darauf hin, dass im Schadensfall die Betreiber selbst haften, wenn unsichere oder nicht konforme Anlagen in Betrieb genommen werden.
Kontrollmodelle nach internationalen Vorbildern verlangt
Um den Fluss mangelhafter Geräte zu stoppen, schlägt der Verband ein mehrstufiges Maßnahmenpaket vor. Gefordert werden strikte Importverbote für nachweislich sicherheitsverletzende Maschinen sowie eine öffentlich zugängliche Liste auffälliger Hersteller. Als konkretes Vorbild für eine solche Schwarze Liste mit direkt greifenden Importverboten nennt der VDMA entsprechende Mechanismen in den USA und in Indien.
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Flankierend setzt sich der Verband für spürbar mehr Produktkontrollen beim Grenzübertritt ein. Zudem sollten Drittstaaten-Hersteller künftig eine validierte EU-Repräsentanz nachweisen und finanzielle Sicherheitsleistungen hinterlegen müssen, um der Umgehung von Vorschriften über Briefkastenfirmen entgegenzuwirken. Konkrete Termine für das geforderte Vorgehen nannte der Verband nicht; die vorgeschlagenen Maßnahmen sind bislang noch nicht beschlossen.
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