Rente mit 63, Verdi

Rente mit 63: Verdi fordert Gesetzentwurf von Schweitzer

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 01:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Verdi-Chef Frank Werneke fordert vom neuen Bundesarbeitsminister Alexander Schweitzer einen Gesetzentwurf zum Erhalt der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Zudem verlangt er eine Stabilisierung des Rentenniveaus von 48 Prozent über 2031 hinaus.

Werneke nennt zentrale Rentenforderungen

  • Frank Werneke fordert von Alexander Schweitzer einen Gesetzentwurf ohne Anhebung des Renteneintrittsalters.
  • Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren soll erhalten und das Rentenniveau von 48 Prozent über 2031 hinaus stabilisiert werden.
  • Werneke beziffert die Zahl der Betroffenen auf mehr als 250.000 Menschen pro Jahrgang.
Frank Werneke (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Verdi fordert Erhalt der abschlagsfreien Rente

Verdi-Chef Frank Werneke verlangt von Bundesarbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) einen Gesetzentwurf zum Erhalt der sogenannten Rente mit 63. Der Entwurf soll außerdem auf eine Anhebung des Renteneintrittsalters verzichten, das Rentenniveau von 48 Prozent über das Jahr 2031 hinaus sichern und die verblockte Altersteilzeit beibehalten.

Werneke verweist auf Finanzierung

Werneke hält die abschlagsfreie Frührente für finanzierbar. Die rund zehn Milliarden Euro, die eine Abschaffung einsparen soll, entsprächen nach seiner Darstellung etwa 0,1 bis 0,2 Prozentpunkten beim Rentenversicherungsbeitrag.

Eine entsprechende Beitragserhöhung fordert der Verdi-Vorsitzende jedoch nicht. Die derzeitigen Beitragsprognosen gingen von der Beibehaltung der Rente nach 45 Beitragsjahren aus, sagte er.

Gewerkschaft weist Kritik an Zugangsgruppe zurück

Das Argument, die Regelung komme vor allem gutverdienenden Beschäftigten mit Bürojobs zugute, weist Werneke zurück. Die abschlagsfreie Rente sei eingeführt worden, um lange Erwerbsbiografien und Erziehungszeiten anzuerkennen.

Nach seiner Einschätzung betrifft die Regelung mehr als 250.000 Menschen pro Jahrgang. Für diese Gruppe sei entscheidend, ob lange Arbeit gesellschaftlich respektiert und wertgeschätzt werde, sagte Werneke.

Reformpläne der Bundesregierung

Die Forderung fällt in die laufende Debatte über die Zukunft der gesetzlichen Altersvorsorge. Der neue Arbeitsminister Schweitzer steht dabei vor der Aufgabe, Vorschläge zur Rente mit 63, zum Rentenniveau und zur Altersteilzeit in einem Gesetzentwurf zusammenzuführen.

Die Forderung von Verdi-Chef Frank Werneke fällt in eine Phase, in der die Bundesregierung über die künftige Ausgestaltung der gesetzlichen Rente berät. Im Mittelpunkt steht die abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte, die nach 45 Beitragsjahren möglich ist und umgangssprachlich als Rente mit 63 bezeichnet wird.

Die Debatte verbindet zwei unterschiedliche Ziele: Einerseits soll die Finanzierung der Rentenversicherung angesichts des demografischen Wandels stabil bleiben. Andererseits geht es um die Anerkennung langer Erwerbsbiografien, zu denen auch frühe Berufseintritte und Erziehungszeiten zählen. Eine Abschaffung würde deshalb nicht nur die Zahl künftiger Renteneintritte verändern, sondern auch die Frage aufwerfen, wie belastende oder besonders lange Versicherungsverläufe bewertet werden.

Politischer Zeitdruck steigt

Der neue Bundesarbeitsminister Alexander Schweitzer soll an einer Rentenreform arbeiten. In der aktuellen politischen Diskussion wird ein Kompromiss angestrebt, während Vorschläge zur Rente mit 63, zum Rentenniveau und zur Altersteilzeit miteinander verknüpft werden.

Für Beschäftigte ist entscheidend, welche Übergangsregeln gelten und ob bereits erworbene Ansprüche geschützt bleiben. Die von Werneke genannte Größenordnung von mehr als 250.000 Betroffenen je Jahrgang verdeutlicht, dass Änderungen nicht nur den Bundeshaushalt und die Beitragssätze betreffen, sondern konkrete Ruhestandsplanungen vieler Versicherter.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Rente mit 63 vor dem Aus: Neue Umfrage-Zahlen lassen Merz-Regierung zusammenzucken“ (25.10.2026)

Der Beitrag berichtet über den Streit um die abschlagsfreie Frührente und nennt eine ablehnende Haltung in der Bevölkerung. Anders als Werneke konzentriert sich der Artikel auf die Umfragewerte und den politischen Kompromisskurs des Arbeitsministers.

Focus: „Merz legt Renten-Zeitplan fest: Kabinett noch in diesem Jahr“ (24.10.2026)

Der Artikel stellt den Zeitplan der Bundesregierung für die Rentenreform und die Abstimmung mit Fraktionen und Ländern heraus. Damit ergänzt er Wernekes Forderung um die politische Verfahrensperspektive; offen bleibt, welche Einzelpositionen Eingang in den Gesetzentwurf finden.

Beide Beiträge ordnen die Rente mit 63 als Teil einer anstehenden Rentenreform ein. Unterschiede bestehen beim Schwerpunkt: Während die Frankfurter Rundschau die öffentliche Zustimmung betrachtet, rückt Focus den Zeitplan der Bundesregierung in den Mittelpunkt.

Disclaimer...
de | wirtschaft | 70411434 |