Vergabebeschleunigungsgesetz: Entlastung für Unternehmen ab Juli
29.06.2026 - 09:54:31 | boerse-global.de
Ungelöste regulatorische Fragen im Bereich Nachhaltigkeit blockieren Investitionen und Kreditvergaben. Während das Vergabebeschleunigungsgesetz kurz vor dem Inkrafttreten steht, herrscht beim Lieferkettengesetz seit Monaten Stillstand.
Koalition streitet über Schwellenwerte
Seit Januar ruhen die parlamentarischen Prozesse zur Reform des Lieferkettengesetzes. Ein Gesetzentwurf zur Streichung bestimmter Berichtspflichten passierte Mitte Januar die erste Lesung – die entscheidenden weiteren Lesungen stehen seither aus. Grund: Die Koalition kann sich nicht über den künftigen Anwenderkreis einigen.
Die Union fordert eine sofortige Angleichung an die EU-Richtlinie. Das würde bedeuten: Die Regeln greifen erst ab 5.000 Mitarbeitern. Die SPD will die aktuelle Schwelle von 1.000 Mitarbeitern bis Juli 2029 halten. Der Koalitionsausschuss soll Anfang Juli entscheiden.
Kreditvergabe leidet unter Bürokratie
Die Unsicherheit trifft auf eine angespannte Lage bei der Unternehmensfinanzierung. Eine Umfrage des Genoverbands unter 277 Bankvorständen zeigt: Die bestehende Nachhaltigkeitsregulierung bremst Kreditvergabe und Investitionen spürbar. Fast die Hälfte der Firmenkunden ist mit den geforderten Nachhaltigkeitsdaten überfordert.
Das Vergabebeschleunigungsgesetz tritt am 1. Juli in Kraft – doch viele KMU sind unsicher, wie sie die neuen Spielräume konkret nutzen. Dieser Report liefert Checkliste, Lieferkettengesetz-Leitfaden und Barrierefreiheits-Audit in einem Paket. Jetzt kostenlosen Compliance-Report anfordern
Felix Pakleppa vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe fordert weniger Bürokratie. Er plädiert für eine marktorientiertere Bewertung. Zur Vereinfachung empfehlen Experten den VSME-Standard für kleine und mittlere Unternehmen. In der Bauwirtschaft fehlt zudem Rechtssicherheit für Recyclingmaterialien.
Vergabebeschleunigungsgesetz bringt Entlastung
Es gibt auch Fortschritte: Das Vergabebeschleunigungsgesetz tritt am 1. Juli in Kraft. Der Bundesrat stimmte im Mai zu. Das Gesetz vereinfacht öffentliche Beschaffungsprozesse durch reduzierte Nachweispflichten und schlankere Vergabeunterlagen. Auch die Wertgrenzen werden angehoben.
Große Mängel bei digitaler Barrierefreiheit
89 Prozent der DAX-Websites erfüllen die Barrierefreiheitskriterien nicht – bei Verstößen drohen Bußgelder bis 100.000 Euro. Mit dem Barrierefreiheits-Audit aus diesem Report prüfen Sie Ihre Website in wenigen Schritten. Barrierefreiheits-Audit jetzt sichern
Ein Jahr nach Inkrafttreten des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes zeigt eine Analyse großen Nachholbedarf. 89 Prozent der DAX-Websites erfüllen mindestens ein gesetzliches Kriterium nicht. Besonders häufig fehlt es an Farbkontrasten, Textvergrößerung und mobiler Darstellung. Betroffen sind Onlinebanking, Telekommunikation und digitaler Handel. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 100.000 Euro.
Die regulatorischen Herausforderungen treffen die Wirtschaft in einer Phase des Umbruchs. Jüngste Berichte deuten auf massiven Stellenabbau in der Automobilindustrie und im Maschinenbau hin. Branchenübergreifend planen viele Industrieunternehmen entsprechende Maßnahmen.
