Verpackungsverordnung, EU-Regel

Verpackungsverordnung: EU-Regel treibt Digitalisierung ab August

29.05.2026 - 18:10:21 | boerse-global.de

Pharma- und Lebensmittelhersteller setzen auf Cloud-Plattformen. EU-Verordnung und KI-Anwendungen beschleunigen den Wandel in der Fertigung.

Verpackungsverordnung: EU-Regel treibt Digitalisierung ab August - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Verpackungsverordnung: EU-Regel treibt Digitalisierung ab August - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Immer mehr Unternehmen ersetzen veraltete Papierprozesse durch cloudbasierte Systeme fĂŒr QualitĂ€tssicherung und Compliance.

Pharmariese setzt auf einheitliche Cloud-Lösung

Kindeva Drug Delivery, ein fĂŒhrender Auftragshersteller fĂŒr die Pharmaindustrie, gab am 28. Mai 2026 die EinfĂŒhrung der Veeva Quality Cloud bekannt. Das Unternehmen will seine weltweiten Produktionsstandorte auf einer einzigen Plattform zusammenfĂŒhren.

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Die Integration umfasst Anwendungen fĂŒr QualitĂ€tsdokumente, Trainingsmanagement und Lernsysteme. Melanie Cerullo, Chief Quality Officer bei Kindeva, und IT-Chef Prakash Pandian betonen: Die Lösung ermöglicht einen sichereren Datenaustausch und effizientere Zusammenarbeit – bei gleichzeitiger Einhaltung globaler Pharmastandards.

MittelstÀndler spart 77.000 Euro jÀhrlich

Auch die Lebensmittelbranche digitalisiert. Die Bielefelder DETMERS Getreide-Vollwertkost GmbH – seit 1904 am Markt – hat das Fertigungssteuerungssystem FASTEC 4 PRO eingefĂŒhrt. Das Unternehmen ersetzt manuelle Excel-Listen durch Echtzeit-Datenerfassung auf vier Produktionslinien. Die Anbindung an SAP und vorhandene Kontrollwaagen sorgt fĂŒr durchgĂ€ngige Datenströme.

Eine aktuelle Analyse von Flow360 zeigt die finanziellen Vorteile: Ein typischer MittelstĂ€ndler mit 150 Mitarbeitern gibt derzeit rund 95.640 Euro fĂŒr sieben verschiedene Softwarelösungen aus. Durch den Wechsel auf eine einheitliche Plattform sinken die Kosten auf etwa 18.000 Euro – eine Ersparnis von rund 77.000 Euro pro Jahr.

EU-Verordnung treibt Software-Lösungen

Neue gesetzliche Anforderungen beschleunigen die Digitalisierung zusĂ€tzlich. Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) tritt am 12. August 2026 in Kraft. Hersteller mĂŒssen dann umfassende Daten zu RecyclingfĂ€higkeit, Rezyklatanteil und Schadstoffen wie PFAS erfassen.

Die material.one AG (adesso-Gruppe) hat dafĂŒr am 28. Mai eine spezielle SaaS-Lösung gelauncht. Parallel dazu bringt COSYS Ident GmbH KI-gestĂŒtzte Fotodokumentation fĂŒr die Logistik auf den Markt – perfekt fĂŒr die geforderten Transparenznachweise.

KI und Robotik im Praxiseinsatz

BASF Coatings baut sein GeschĂ€ft mit Roboterlackierungen in AutowerkstĂ€tten aus. Der Chemiekonzern kombiniert sein Know-how mit dem digitalen Refinity-Ökosystem fĂŒr standardisierte Lackierprozesse.

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Die Technische UniversitĂ€t Augsburg arbeitet mit dem Startup Qualiwise an einem KI-„Copiloten" fĂŒr die QualitĂ€tskontrolle. Das System kommt im Open Industrial Training Center der Uni zum Einsatz.

Im Automobilsektor fokussieren sich Plasmatreat GmbH und Linamar auf Korrosionsschutz fĂŒr BatteriegehĂ€use. Nach einer ersten Anlage in Tschechien (2021) folgen nun zwei weitere ProduktionsstĂ€tten.

Gerichtsurteil: UnvollstÀndige Digitalisierung ist Verfahrensfehler

Das Oberlandesgericht SaarbrĂŒcken hat am 3. September 2025 klargestellt: Die unvollstĂ€ndige Digitalisierung einer Papierakte stellt einen schwerwiegenden Verfahrensfehler dar. Das Gericht sieht darin eine Verletzung des Rechts auf faires Verfahren. Die Botschaft an die Industrie ist klar: Wer auf digitale Workflows setzt, muss sie auch vollstĂ€ndig und integritĂ€tsgesichert umsetzen.

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