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Viel Pomp und demonstrative Harmonie

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 06:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der Konflikt um Taiwan, der Iran-Krieg und ein erbitterter Handelskonflikt: Trotz etlicher Streitpunkte hat US-PrÀsident Donald Trump beim Besuch von Chinas Staatschef Xi Jinping ein demonstrativ harmonisches Bild der Beziehungen beider LÀnder gezeichnet.

Trump empfing Chinas Staatschef in Washington mit viel Pomp und ĂŒberhĂ€ufte ihn mit Lobeshymnen. Xi erwiderte warme Worte, platzierte aber auch mahnende Äußerungen. WĂ€hrend des Staatsbesuchs wurden kaum konkrete Ergebnisse bekannt.

"PrÀsident Xi und ich sind uns bewusst, dass wir unterschiedliche Systeme vertreten", sagte Trump bei einem Staatsbankett am Donnerstagabend (Ortszeit). "Doch die Bande zwischen unseren Völkern bestehen fort, und wir haben uns noch nie so gut verstanden wie jetzt." Xi sprach von "vielen neuen Einigungen" in den GesprÀchen mit Trump, nannte aber keine Details.

Xi mahnte beide LĂ€nder zu verantwortungsvollem Handeln. China und die USA stĂŒnden erneut vor einem "historischen Ausgangspunkt". Beide Seiten sollten Verantwortung zeigen und einen neuen Weg finden, wie GroßmĂ€chte miteinander zurechtkommen könnten, erklĂ€rte er.

China betont nach Treffen Bedeutung Taiwans

Bei seinem bilateralen Treffen zuvor mit Trump im Weißen Haus hĂ€tten beide in einen offenem und intensiven Austausch zahlreiche neue Übereinstimmungen erzielt, sagte Xi weiter - ohne nĂ€here Details zu nennen. Laut Chinas amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua sprachen beide ĂŒber die Lage im Nahen Osten, den Krieg in der Ukraine und die Lage auf der koreanischen Halbinsel. Xi unterstrich demnach zudem Chinas Haltung zu Taiwan und Ă€ußerte die Hoffnung, dass "die USA an ihrer richtigen Haltung gegen die "UnabhĂ€ngigkeit Taiwans" festhalten" und "die Taiwan-Frage umsichtig behandeln".

Die USA verkaufen dem seit Jahrzehnten unabhĂ€ngig und demokratisch regierten Inselstaat Waffen, wĂ€hrend Peking Taiwan fĂŒr sich beansprucht und auch einen MilitĂ€reinsatz zur Einnahme der Insel nicht ausschließt. Die Frage, ob das US-MilitĂ€r Taiwan im Angriffsfall beistehen wĂŒrde, lĂ€sst die US-Regierung traditionell bewusst offen.

Xis erster Empfang im Weißen Haus seit ĂŒber zehn Jahren

FĂŒr Chinas Staats- und Parteichef ist es die erste USA-Reise seit 2023, als er zum Wirtschaftsgipfel Apec nach Kalifornien gereist war. Trump hatte Xi wĂ€hrend seines Besuchs in Peking Mitte Mai ins Weiße Haus eingeladen. Xis bislang letzter Staatsbesuch mit Empfang im Weißen Haus war 2015.

Spekuliert wird, ob sich Xi und Trump in diesem Jahr noch beim Wirtschaftsgipfel der Apec-Staaten im chinesischen Shenzhen und beim G20-Gipfel in Miami treffen könnten. Laut Xinhua bekrĂ€ftigten beide, sich bei der Ausrichtung der Veranstaltungen "zu unterstĂŒtzen".

Xi und seine Frau Peng Liyuan waren am Mittwoch fĂŒr einen dreitĂ€gigen Staatsbesuch in den USA gelandet. Direkt zu ihrer Ankunft verkĂŒndete die US-Regierung eine weitere Atempause im Zollstreit. Peking bestĂ€tigte dies allerdings zunĂ€chst nicht.

Experte: Xi lÀsst sich nicht von Schmeicheleien beeinflussen

Der frĂŒhere US-Botschafter in Peking, Nicholas Burns, hĂ€lt den ausschweifenden Empfang fĂŒr Xi derweil fĂŒr fehlgeleitet. Burns sagte, er habe selbst viel Zeit mit Xi verbracht und ihn als hartnĂ€ckig und pragmatisch erlebt. "Seine Gesamtstrategie besteht darin, die Vereinigten Staaten zu untergraben", sagte Burns, der heute an der UniversitĂ€t Harvard lehrt, dem Sender PBS. "Ich glaube nicht, dass sich Xi Jinping von Schmeicheleien beeinflussen lĂ€sst."

Neue US-Sanktionen gegen Russland könnten Peking treffen

Das VerhĂ€ltnis der beiden NuklearmĂ€chte ist von etlichen Konflikten geprĂ€gt, sowohl geopolitischer als auch wirtschaftlicher Natur. Trump steht wegen des Iran-Kriegs und der Lage in der Straße von Hormus stark unter Druck. Die Preise fĂŒr Öl und Gas sind aufgrund der faktischen Blockade der Meerenge stark gestiegen, gleichzeitig ist China der mit Abstand grĂ¶ĂŸte KĂ€ufer iranischen Öls und ein wichtiger politischer Partner Teherans. Washington hofft auf chinesischen Druck mit Blick auf die wichtige Handelsroute.

Auch der Umgang mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine belastet das VerhĂ€ltnis der beiden Staaten. So bietet etwa ein neues US-Sanktionspaket gegen Russland viel Konfliktpotenzial, denn das Gesetz erlaubt Trump, Zölle von bis zu 100 Prozent gegen Staaten zu verhĂ€ngen, die weiter russisches Öl oder Gas kaufen. Neben Indien könnte das vor allem China treffen. China ist ein wichtiger UnterstĂŒtzer und Handelspartner Russlands.

Neben dem Zollkonflikt der beiden grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaften dĂŒrfte auch die Sicherheit im Umgang mit KĂŒnstlicher Intelligenz (KI) in den GesprĂ€chen zwischen Trump und Xi eine Rolle gespielt haben. Auch bei der Entwicklung dieser Zukunftstechnologie sind die beiden Staaten Rivalen.

Teezeremonie zum Abschluss

Heute beendet Xi seinen Washington-Besuch. Vor seinem Abflug wird er nochmals mit Trump zusammentreffen. Geplant ist eine Teezeremonie, gefolgt von einem Besuch des Nationalarchivs, um GrĂŒndungsdokumente der USA einzusehen. Die USA haben im Sommer ihren 250. Geburtstag gefeiert.

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