Gesamtumsatz der Dax-Konzerne sinkt das dritte Jahr in Folge
27.03.2026 - 05:00:31 | dpa.deDer Gesamtumsatz der gröĂten deutschen Börsenkonzerne ist 2025 das dritte Jahr in Folge gesunken. Er ging um 0,6 Prozent zurĂŒck, wie eine Studie der WirtschaftsprĂŒfungs- und Beratungsgesellschaft EY zeigt. Besonders schwach verlief das vierte Quartal mit einem Umsatzminus von 3,3 Prozent und einem RĂŒckgang des operativen Gewinns von 14 Prozent.
RĂŒckgĂ€nge gab es vor allem in wichtigen AuslandsmĂ€rkten: In Nordamerika sanken die UmsĂ€tze um vier Prozent, in Asien um neun Prozent. In Europa legten sie hingegen um drei Prozent zu. Zugleich sank der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) der Dax-Schwergewichte um vier Prozent, wie die Studie zeigt. Bei der Umsatzberechnung wurden Deutsche Bank und Commerzbank nicht berĂŒcksichtigt, da der Umsatz bei Banken keine aussagekrĂ€ftige Kennziffer ist. Banken erzielen ihre ErtrĂ€ge nicht durch den Verkauf von Waren, sondern vor allem durch Zins- und ProvisionsgeschĂ€fte.
«Insgesamt fĂ€llt die Bilanz des vergangenen Jahres Ă€uĂerst bescheiden aus», sagt Henrik Ahlers, Vorsitzender der GeschĂ€ftsfĂŒhrung bei EY. Eine baldige Trendwende sei nicht in Sicht. Die schwachen Ergebnisse spiegelten den Zustand der deutschen Wirtschaft wider und zeigten die groĂen Herausforderungen fĂŒr den Standort.
Finanzbranche mit Rekordgewinn
Doch lĂ€ngst nicht fĂŒr alle Dax-Konzerne war 2025 ein Krisenjahr. Gut die HĂ€lfte der Unternehmen (53 Prozent) verzeichneten steigende UmsĂ€tze, 58 Prozent meldeten höhere Gewinne. Die Finanzbranche erzielte mit 46,4 Milliarden Euro einen Rekordgewinn (2024: 39,4 Milliarden Euro), wĂ€hrend die ĂŒbrigen Konzerne zusammen ein Gewinnminus von zehn Prozent hinnehmen mussten.Â
Vor allem die Industrieunternehmen, die zuletzt erhebliche Umsatz- und vor allem GewinneinbuĂen erlitten, stĂŒnden vor einem schweren Jahr, meint Jan Brorhilker, Managing Partner bei EY.
Autokrise und RĂŒstungsboom
Die EY-Studie zeigt groĂe Unterschiede nach Branchen: Am stĂ€rksten wuchsen im vergangenen Jahr Rheinmetall und MTU Aero Engines mit Wachstumsraten von 29 und 18 Prozent â zwei Unternehmen, die zumindest zum Teil in der RĂŒstungsbranche tĂ€tig sind. Einen sinkenden Umsatz verzeichneten vor allem die Automobilunternehmen, die zusammen ein Umsatzminus von vier Prozent erwirtschafteten.
Den höchsten operativen Gewinn erzielte 2025 die Deutsche Telekom mit 24,8 Milliarden Euro vor der Allianz mit 17,4 Milliarden Euro und Siemens mit 11,4 Milliarden Euro.
Zahl der Mitarbeiter sinkt
Auch die BeschĂ€ftigung ging in der Krise zurĂŒck. Die Zahl der Mitarbeiter sank um 0,8 Prozent oder etwa 32.000 auf rund 3,95 Millionen. Allerdings entwickelten sich die Unternehmen sehr unterschiedlich: WĂ€hrend die BeschĂ€ftigung bei Rheinmetall mit 13 Prozent am stĂ€rksten wuchs, schrumpfte die Belegschaft bei Mercedes-Benz mit 5,6 Prozent am krĂ€ftigsten.
«Wir werden auch 2026 unterm Strich eher ein Abschmelzen der BeschĂ€ftigung sehen», erwartet Brorhilker. Das liege zum einen an der schwachen Konjunktur und den Sparprogrammen etlicher Industrieunternehmen. «Aber auch prosperierende Unternehmen realisieren durch den zunehmenden Einsatz von KĂŒnstlicher Intelligenz inzwischen deutliche Effizienzgewinne gerade in zentralen Bereichen â was den Einstellungsbedarf sinken lĂ€sst.»
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