Bericht, Hamas-Geiseln

Bericht: Viele befreite Hamas-Geiseln weiter schwer traumatisiert

28.12.2023 - 09:34:29

Viele Geiseln, die im November aus den HĂ€nden der Hamas-Terroristen im Gazastreifen freikamen, mĂŒssen einem Medienbericht zufolge auch Wochen spĂ€ter noch intensiv psychiatrisch behandelt werden.

Die Geiseln hĂ€tten die schlimmsten Misshandlungen und Traumata erlitten, die sie in ihrer Laufbahn erlebt habe, sagte Renana Eitan, Leiterin der Psychiatrie am Ichilov-Zentrum in Tel Aviv, der Zeitung "The Guardian". WĂ€hrend einer Feuerpause Ende November waren mehr als 100 Geiseln freigekommen, Israel ließ im Gegenzug 240 palĂ€stinensische HĂ€ftlinge frei.

Von den 14 Geiseln, die von ihrem Team behandelt wĂŒrden, seien neun jĂŒnger als 18 Jahre sowie zwei Kinder unter zehn Jahren, sagte Eitan. Die meisten von ihnen benötigten eine langfristige Traumabehandlung. Darunter seien Kinder, die wĂ€hrend ihrer Gefangenschaft unter anderem mit Ketamin betĂ€ubt worden seien und unter schweren Entzugserscheinungen litten sowie welche, die sexuell missbraucht worden seien oder sexuellen Missbrauch mit ansehen mussten.

Ketamin ist ein Narkosemittel, das unter die Haut oder intravenös verabreicht wird und bewirkt, dass Betroffene eine Zeit lang quasi von ihrer Umwelt abgekoppelt sind. Eine der Frauen sei zudem in einem winzigen KÀfig gehalten worden, wurde Eitan weiter zitiert.

"Als sie zurĂŒckkamen, schienen sie zunĂ€chst sehr glĂŒcklich und erleichtert zu sein. Und auch wir waren sehr optimistisch", sagte sie. Aber schon nach ein, zwei Tagen habe man festgestellt, dass die Opfer unter schweren AlptrĂ€umen litten und "sehr, sehr verĂ€ngstigt sind". Die meisten seien körperlich und seelisch schwer misshandelt worden. "Wir wissen, dass sie noch einen langen Weg vor sich haben."

Auch Hunderttausende Kinder und deren Eltern im Gazastreifen sind durch die Folgen des andauernden Krieges schwer traumatisiert. Psychiater und Psychologen warnten vor langfristigen Folgen, zumal es keine therapeutischen Einrichtungen mehr in dem von Israel abgeriegelten KĂŒstenstreifen gebe, schrieb die Zeitung weiter. Nur wenige KrankenhĂ€user in Gaza sind noch funktionsfĂ€hig.

Auslöser des Gaza-Kriegs war das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels, das Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober in Israel verĂŒbt hatten.

@ dpa.de