Neuanstellungen, Anteil

Fast 40 Prozent der Neuanstellungen befristet - Anteil sinkt

07.10.2024 - 10:55:30

Viele Menschen in Deutschland mĂŒssen zunĂ€chst mit einem befristeten Arbeitsvertrag vorliebnehmen, der Anteil ist jedoch etwas rĂŒcklĂ€ufig.

Das zeigt eine Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in DĂŒsseldorf. Demnach haben im vierten Quartal des vergangenen Jahres 37,8 Prozent der neu eingestellten sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigten einen befristeten Vertrag unterschrieben. Ende 2021 waren es noch 42 Prozent.

Besonders hĂ€ufig trifft es der Studie zufolge BeschĂ€ftigte in darstellenden und unterhaltenden sowie in wissenschaftlichen Berufen. In diesen Bereichen wurden zuletzt neun von zehn Personen befristet eingestellt. Überdurchschnittlich stark betroffen sind junge Menschen. Fast jeder Zweite unter 25 Jahren erhĂ€lt bei der Neuanstellung ein befristetes Arbeitspapier. Bei Personen zwischen 55 und 65 Jahren liegt der Anteil nur bei knapp einem Drittel.

Große Unterschiede sind auch zu beobachten. Die meisten befristeten BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse gibt es in der UniversitĂ€tsstadt Heidelberg (62,5 Prozent), in Köln (62,2) und Potsdam (59). Der geringste Anteil ist in Landkreisen wie Tirschenreuth (16,8 Prozent), Neustadt an der Weinstraße (17,5 Prozent)und Coburg (19 Prozent) zu finden.

"Nach wie vor sind viele Arbeitgeber der Meinung, BeschĂ€ftigte einfach mal unverbindlich ausprobieren zu können. Insbesondere junge Menschen beim Einstieg ins Berufsleben erleben so problematische Phasen der Unsicherheit, die den Blick auf die Arbeitswelt auch ĂŒber lĂ€ngere ZeitrĂ€ume prĂ€gen können", sagt die wissenschaftliche Direktorin des WSI, Bettina Kohlrausch.

@ dpa.de