Kunden, Lust

Kunden haben «weniger Lust auf den Schuhkauf»

03.02.2025 - 12:01:35

Viele Menschen kaufen nur zurĂŒckhaltend ein. Auch bei Schuhen wird gespart. Das trifft vor allem den stationĂ€ren Fachhandel. Viele Unternehmen rechnen damit, dass die UmsĂ€tze 2025 erneut sinken.

Die Menschen in Deutschland geben weniger Geld fĂŒr Schuhe aus. Im vergangenen Jahr sanken die UmsĂ€tze des Schuhhandels nominal um 0,8 Prozent auf 11,62 Milliarden Euro. Das teilte der Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren (BTE) anlĂ€sslich der Messe «Shoes» in DĂŒsseldorf mit. 

Im wichtigsten Bereich, dem stationĂ€ren Fachhandel, wurde ein RĂŒckgang von 1,5 Prozent verzeichnet. Real, also inflationsbereinigt, fiel das Minus noch höher aus. Leicht zulegen konnte hingegen der Online-Handel. 

Viele HĂ€ndler blicken pessimistisch nach vorn. Fast jeder Zweite rechnet 2025 mit Umsatz-Einbußen von mindestens einem Prozent. Jedes dritte Unternehmen fĂŒrchtet sogar ein Minus von fĂŒnf Prozent oder mehr. 

«Trotz Lohnsteigerungen haben die Verbraucherinnen und Verbraucher aufgrund weiterhin gestiegener Kosten fĂŒr Wohnen, Gesundheit und MobilitĂ€t immer weniger Geld im Portemonnaie», sagte BTE-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Rolf Pangels. Auch die geopolitischen Krisen und die allgemeine Unsicherheit ĂŒber die eigene wirtschaftliche Zukunft mache «weniger Lust auf den Schuhkauf». 

«Wir mĂŒssen mit unseren Produkten mehr Begehrlichkeit vermitteln»

Laut einer Branchenumfrage des Verbandes gibt es neben der KaufzurĂŒckhaltung zahlreiche weitere Problemfelder. Die SchuhhĂ€ndler klagen außerdem ĂŒber zunehmende bĂŒrokratische Vorschriften sowie hohe Kosten fĂŒr Energie, Mieten und GehĂ€lter. 

Auch steigende Einkaufspreise und der unregulierte Wettbewerb bei Portalen wie Temu und Shein machen vielen zu schaffen. Pangels Ă€ußerte sich dennoch selbstkritisch: «Wir mĂŒssen mit unseren Produkten wieder mehr Begehrlichkeit und Freude vermitteln.»

Die deutsche Schuhindustrie steigerte ihren Gesamtumsatz im vergangenen Jahr nominal um 2,4 Prozent auf gut 2,1 Milliarden Euro. Im Inland wurde ein Plus von 4,5 Prozent verzeichnet, im Ausland ein RĂŒckgang von 6,6 Prozent, wie der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L) mitteilte. Die Verbraucherpreise fĂŒr Schuhe sind 2024 um rund 5,5 Prozent gestiegen und damit etwas weniger stark als im Vorjahr.

@ dpa.de