ROUNDUP, Jobwahl

Viele sehen in Jobwahl Grund fĂŒr Gender Pay Gap

07.03.2025 - 10:27:51

Viele Menschen sehen die unterschiedliche Berufswahl von MĂ€nnern und Frauen als Grund fĂŒr die LohnlĂŒcke zwischen beiden Geschlechtern.

Das geht aus einer neuen YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor.

Demnach sehen 46 Prozent der MĂ€nner die Jobwahl als entscheidenden Faktor dafĂŒr, dass MĂ€nner im Schnitt mehr verdienen. Bei den Frauen sehen dies mit 34 Prozent deutlich weniger Befragte so. Als Ursache nannten einige, dass die von Frauen geleistete Care-Arbeit zu Hause ihre Berufswahl beeinflusse.

Aus Sicht der Befragten spielt vor allem die FamiliengrĂŒndung eine entscheidende Rolle: Rund die HĂ€lfte (50 Prozent MĂ€nner, 53 Prozent Frauen) geben Teilzeitarbeit und Karriereunterbrechungen als Faktor fĂŒr den Lohnunterschied an.

Deutlich mehr Frauen als MĂ€nner sind hingegen der Meinung, dass Geschlechterstereotypen und gesellschaftliche Erwartungen dazu fĂŒhren, dass MĂ€nner durchschnittlich besser verdienen (45 und 34 Prozent). Auch Diskriminierung am Arbeitsplatz spielt fĂŒr die Befragten eine Rolle (MĂ€nner 21 Prozent, Frauen 30 Prozent).

FĂŒr die reprĂ€sentative Umfrage wurden Anfang MĂ€rz gut 2.000 Menschen online befragt.

Mehrheit fĂŒr mehr gesetzliche Maßnahmen

58 Prozent halten demnach mehr gesetzliche Maßnahmen fĂŒr nötig, um die LohnlĂŒcke zwischen MĂ€nnern und Frauen zu verringern - mit 69 Prozent der Frauen und 47 Prozent der MĂ€nner ist hier jedoch ein Ungleichgewicht gegeben.

Bei der Frage, welche Maßnahmen helfen könnten, herrscht mehr Einigkeit: 56 Prozent der MĂ€nner und 64 Prozent der Frauen befĂŒrworten die Förderung von Teilzeit- und flexiblen Arbeitsmodellen. 57 Prozent sind fĂŒr staatliche Förderung von Kinderbetreuung und etwas mehr als die HĂ€lfte fĂŒr eine Erhöhung des Mindestlohns.

Der englische Ausdruck Gender Pay Gap beschreibt das geschlechtsspezifische LohngefĂ€lle, also den Unterschied in der Bezahlung von MĂ€nnern und Frauen. Frauen haben 2024 in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamts pro Stunde durchschnittlich 16 Prozent weniger verdient als MĂ€nner. Damit schrumpfte die LohnlĂŒcke erstmals seit 2020. Der Aktionstag Equal Pay Day soll auf den Verdienstabstand zwischen den Geschlechtern aufmerksam machen.

Viele Faktoren fĂŒr unterschiedliche Bezahlung

Dem Statistischen Bundesamt zufolge haben MĂ€nner 2024 durchschnittlich 26,34 Euro pro Stunde verdient und damit 4,10 Euro mehr als Frauen. Knapp zwei Drittel der LohnlĂŒcke erklĂ€ren die Statistiker mit höheren Teilzeitquoten bei Frauen und geringeren GehĂ€ltern in Berufen, die Frauen typischerweise ergreifen. Es bleibt ein bereinigter Lohnabstand von 1,52 Euro oder rund 6 Prozent des Brutto-Stundenlohns ohne eindeutige ErklĂ€rung.

@ dpa.de