Fast jeder dritte Ăltere will vor der Rente aus dem Job
02.07.2024 - 11:00:37Fast jede und jeder dritte Àltere ErwerbstÀtige will vor dem regulÀren Rentenalter aus dem Job ausscheiden. In der Altersgruppe ab 50 Jahren planen dies rund 31 Prozent, wie eine in Berlin vorgestellte Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt.
Gefragt wurde auch, was sich die BeschĂ€ftigten wĂŒnschen, um ihr geplantes Ausscheiden aus dem Arbeitsleben aufzuschieben. Neben einem höheren Gehalt (66,5 Prozent) nennen die Ă-50-JĂ€hrigen vor allem MaĂnahmen zur flexibleren Arbeitszeitgestaltung. Das sind etwa eine Anpassung der Arbeitszeit an individuelle BedĂŒrfnisse und mehr UnterstĂŒtzung, den Renteneintritt individuell zu gestalten. Laut der vom Institut fĂŒr Betriebliche Gesundheitsberatung durchgefĂŒhrten Umfrage sagen das jeweils mehr als 70,3 Prozent.
Was sagen die Chefs?
Das Institut befragte zudem Personalverantwortliche sowie GeschĂ€ftsfĂŒhrerinnen und GeschĂ€ftsfĂŒhrer von mehr als 300 Betrieben. Mehr als drei Viertel gaben an, dass die Bindung von Ă€lteren BeschĂ€ftigten in den nĂ€chsten drei Jahren eine groĂe Bedeutung fĂŒr ihre Unternehmen haben werde. Bei 46 Prozent der Unternehmen geht in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren mehr als ein Viertel der Belegschaft in den Ruhestand.
Bei der ErfĂŒllung von WĂŒnschen der Ă€lteren BeschĂ€ftigten ist noch Luft nach oben. So bietet nur etwas mehr als die HĂ€lfte der fĂŒr den Report befragten Arbeitgeber bereits flexiblere Arbeitszeiten an. Ăhnlich ist es bei den Angeboten, den Ăbergang in den Ruhestand individuell zu gestalten. Das setzt nach eigenen Angaben nicht einmal die HĂ€lfte der befragten Arbeitgeber um. Lediglich bei der Möglichkeit, zwischen Teilzeit und Vollzeit zu wechseln, sowie bei gesundheitsförderlichen MaĂnahmen stimmen Wunsch und Angebot ĂŒberein.
TK-Chef appelliert an Unternehmen
TK-Chef Jens Baas sagte: «Gerade vor dem Hintergrund des FachkrĂ€ftemangels ist es fĂŒr Arbeitgeber unerlĂ€sslich, die Generation 50plus noch stĂ€rker in den Fokus zu rĂŒcken.» Ăltere BeschĂ€ftigte seien schlieĂlich eine wertvolle Ressource fĂŒr die Unternehmen. «Sie verfĂŒgen ĂŒber groĂes Erfahrungswissen, sind gut vernetzt und haben sich in der Regel ĂŒber Jahre an ihrem Arbeitsplatz bewĂ€hrt.»
Fabian Krapf, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Instituts fĂŒr Betriebliche Gesundheitsberatung, wies auf den «deutlichen Zusammenhang» hin zwischen positiver Unternehmenskultur einerseits und dem Wunsch der BeschĂ€ftigten, spĂ€ter in den Ruhestand zu gehen, andererseits: «Wer mehr WertschĂ€tzung, Selbstbestimmung und FlexibilitĂ€t am Arbeitsplatz erlebt, der arbeitet auch lĂ€nger.»
Gesund in jungen Jahren - und dann?
Wie der TK-Report zudem zeigt, sind BeschĂ€ftigte, die jung wenig krank sind, auch im Alter lĂ€nger im Job. Das Institut fĂŒr angewandte QualitĂ€tsförderung und Forschung im Gesundheitswesen hat dafĂŒr die Abrechnungsdaten von mehr als 420.000 TK-versicherten BerufstĂ€tigen der JahrgĂ€nge 1948 bis 1956 auswertet, die zwischen 2014 und 2023 ein Alter von 67 erreichten oder verstorben waren. Von den BeschĂ€ftigten, die 2012 im Vorfeld des Beobachtungszeitraums keinen einzigen Tag arbeitsunfĂ€hig gemeldet waren, waren 14,1 Prozent mit 67 Jahren, also nach ihrem regulĂ€ren Renteneintritt, immer noch berufstĂ€tig. Von den BeschĂ€ftigten, die 43 Tage oder mehr krankgeschrieben waren, waren es nur 7,1 Prozent. 2023 waren bei der TK versicherte BerufstĂ€tige ab 50 Jahren durchschnittlich 25,9 Tage krankgeschrieben.





