Vietnam-Export, Kennzeichnungspflicht

Vietnam-Export: Neue Kennzeichnungspflicht für Holzprodukte ab Juli

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 15:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Vietnam verschärft Importregeln, die EU treibt den digitalen Produktpass voran. Normen und Logistik treiben die Kosten in der Holz- und Bauwirtschaft.

Holz- und Bauwirtschaft: Neue Regeln und Kostenexplosion
Vietnam-Export - Ein digitaler Produktpass oder QR-Code wird auf einer Holzpalette gescannt, im Hintergrund eine moderne Holzverarbeitungsanlage. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während Vietnam neue Kennzeichnungspflichten für Holzkomponenten einführt, treibt die EU den digitalen Produktpass voran. Für viele Unternehmen wird die Lage zunehmend unüberschaubar.

Strengere Exportregeln ab Mitte Juli

Für Hersteller von Modulkabinen wird der Export nach Vietnam komplizierter. Ab Mitte Juli 2026 müssen importierte Einheiten ein Compliance-Etikett tragen. Pflichtangaben sind Seriennummern, Herstellerdaten, Zertifikatsnummern und ein QR-Code zur Rückverfolgbarkeit.

Die Behörden in den Häfen von Ho-Chi-Minh-Stadt und Hai Phong sind strikt: Sendungen ohne entsprechende Kennzeichnung werden abgewiesen und zurückgeschickt.

EU setzt auf digitalen Produktpass

Parallel dazu arbeitet die EU an der digitalen Transparenz. Das Projekt „Circular-C“ entwickelt digitale Produktpässe für biobasierte Materialien. Ein Konsortium aus sieben Ländern hat nach dem ersten Jahr Fortschritte gemeldet.

Die Forscher zerlegen Buche, Birke und Weizenstroh in Zellstoff und Lignin. Daraus entstehen ligninbasierte Klebstoffe und selbstlöschende Beschichtungen für die Bauindustrie. Die digitalen Pässe sollen die Herkunft und Zusammensetzung über den gesamten Lebenszyklus dokumentieren.

Branchenverband sucht Auswege

Der europäische Dachverband der Holzpackmittelhersteller (FEFPEB) reagiert auf die wachsenden regulatorischen Hürden. Auf einem Branchentreffen in Porto diskutierten die Mitglieder Strategien gegen die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) und die Verpackungsverordnung (PPWR).

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Die Wettbewerbsfähigkeit trotz ökologischer Auflagen und technischer Standards wie ISPM 15 zu sichern – das ist das Ziel. Konkrete Maßnahmen sollen Ende September 2026 auf einem Fachkongress in Schweden vorgestellt werden.

Auch in der Kunststoff- und Chemiebranche tut sich etwas. Biobasierte Polymere gewinnen an Bedeutung. Branchenvertreter betonen: Recycling allein reicht nicht, um den Bedarf an nicht-fossilen Kohlenstoffquellen bis 2030 zu decken. Neue Technologien wie Ionomer-Pfropfverfahren für Bodenbeläge sollen traditionelle Stabilisatoren ersetzen.

Normen treiben Baukosten in die Höhe

Doch nicht nur ökologische Auflagen belasten die Branche. Die hohe Dichte an technischen Normen treibt die Kosten. Eine Untersuchung der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE) und des Instituts für Bauforschung (IFB) zeigt: Bauvorschriften sind für rund 20 Prozent des Kostenanstiegs seit der Jahrtausendwende verantwortlich.

Die Komplexität und Widersprüchlichkeit der Normen sorgt für Unmut. Die Bauwirtschaft fordert eine Radikalkur. Ein Gesetzentwurf mit dem „Gebäudetyp E“ für einfacheres Bauen wird derzeit vorbereitet.

Logistikkosten drohen zu explodieren

Zusätzliche Risiken lauern in der Logistikkette. Europäische Trailer-Hersteller wie Kögel, Krone und Schmitz Cargobull kritisieren die CO2-Simulationsverordnung (VECTO). Die vorgegebenen Reduktionsziele für Sattelauflieger bis 2030 seien in der Praxis kaum umsetzbar.

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Bei Nichteinhaltung drohen einzelnen Herstellern Strafzahlungen in zweistelliger Millionenhöhe. Die Folge: massive Preissteigerungen beim Transport von Gütern – auch für Holzprodukte.

Entlastung bei der Berichtspflicht ab 2027

Ein Lichtblick kommt von der EU-Kommission. Ab Anfang 2027 soll eine neue Verordnung die Anzahl der Pflichtangaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung um 60 Prozent reduzieren. Das dürfte die Verwaltungskosten für Unternehmen deutlich senken.

Für kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten gelten Übergangsfristen bis 2028. Doch die Anforderungen an Transparenz bleiben hoch. Bereits ab Ende September 2026 treten strengere Regeln gegen Greenwashing in Kraft. Wer ökologische Aussagen macht, muss sie präzise dokumentieren können.

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