Volkswagen: Bis zu 140.000 Stellen in Gefahr – Blume stellt sich Belegschaft
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 21:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Betriebsrat hat für Ende August außerordentliche Versammlungen an neun Standorten einberufen. Konzernchef Oliver Blume soll sich dort persönlich den Fragen der Belegschaft stellen. Hintergrund sind drastische Sparpläne und die Angst vor einem massiven Stellenabbau.
Blume stellt sich der Belegschaft
Vom 25. bis 31. August sind die Versammlungen geplant. Blume wird zusammen mit Markenchef Thomas Schäfer an zentralen Standorten erwartet. Den Auftakt macht Wolfsburg am 25. August. Einen Tag später folgen Emden und Zwickau. Die Reihe endet am 31. August in Hannover.
Die Einberufung ist eine Reaktion auf die wachsende Unsicherheit in der Belegschaft. Ein Ultimatum der Arbeitnehmervertreter war zuvor verstrichen. In Emden haben IG Metall und Betriebsrat zudem eine separate Krisenversammlung fĂĽr den Vormittag des 26. August angekĂĽndigt.
Bis zu 140.000 Stellen wackeln
Das Kernproblem: VW will seine Rendite von rund 3 Prozent auf 8 bis 10 Prozent steigern. Um das zu erreichen, plant der Konzern eine deutliche Schrumpfung. In internen Szenarien fiel die Zahl von bis zu 50.000 zusätzlichen Stellenstreichungen weltweit – als theoretische Ableitung, falls die Arbeitskosten nicht ausreichend sinken.
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Diese kämen zu den bereits laufenden Abbauprogrammen hinzu. Die betreffen bis 2030 rund 50.000 Stellen, davon etwa 35.000 bei der Kernmarke. Inklusive weiterer Risiken könnten nach 2030 sogar bis zu 140.000 Arbeitsplätze wegfallen. Zum Vergleich: Aktuell beschäftigt VW weltweit rund 622.900 Menschen, 284.000 davon in Deutschland.
Zukunft der Werke völlig offen
Besonders brisant: Die Auslastung mehrerer deutscher Standorte nach 2030 ist ungeklärt. Für Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm liege laut Konzernführung keine wettbewerbsgerechte Belegung vor. Blume verwies auf eine Überkapazität von rund 500.000 Einheiten allein in Europa.
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Für Osnabrück werden immerhin alternative Lösungen geprüft – etwa eine Kooperation mit der Rüstungsindustrie. In Emden fürchten Mitarbeiter dagegen Verzögerungen oder Streichungen bei Investitionen und Modellreihen wie dem ID.4-Nachfolger.
Die Arbeitnehmervertreter und die IG Metall haben bereits Widerstand angekĂĽndigt. WerksschlieĂźungen oder einseitige KĂĽndigungen wollen sie nicht hinnehmen. Nach der Sommerpause droht eine harte Auseinandersetzung.
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