Volkswagen-Sparpaket: Bis zu 140.000 Arbeitsplätze in Gefahr
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 21:43 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Pläne von Konzernchef Oliver Blume sehen die Schließung mehrerer deutscher Standorte und den Abbau von bis zu 140.000 Arbeitsplätzen vor. Parallel zur Sitzung protestieren tausende Beschäftigte bundesweit.
Vier Werke vor dem Aus
Besonders hart trifft es die Produktion in Deutschland. Laut durchgesickerten Plänen könnte die Fertigung in Zwickau und Emden bereits 2031 enden. Das Werk in Hannover stünde 2032 zur Disposition, der Audi-Standort Neckarsulm 2034. Allein an diesen vier Standorten wären rund 40.000 Mitarbeiter betroffen.
Der geplante Stellenabbau geht weit über frühere Vereinbarungen hinaus. Bislang war ein Wegfall von 35.000 bis 50.000 Stellen bis 2030 vorgesehen. Nun stehen bis zu 140.000 Arbeitsplätze weltweit auf der Kippe – das entspricht etwa 16 Prozent der gesamten Belegschaft. Auch die Führungsebene muss zittern: Im Management sollen 5.500 der aktuell 21.500 Stellen wegfallen.
Gewinneinbruch und Absatzprobleme
Der Druck auf den Konzern wächst. 2025 sackte der operative Gewinn um 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro ab. Im ersten Quartal 2026 lag die Rendite bei mageren 3,3 Prozent – der Zielwert von 9 Prozent bis 2030 rückt in weite Ferne.
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Haupttreiber der Krise: Das China-Geschäft bricht ein, und US-Zölle belasten den Konzern mit rund 5 Milliarden Euro pro Jahr. Die Kernmarken Audi und Porsche schwächeln. Porsche verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen Absatzrückgang von 16 Prozent, in China sogar von 32 Prozent.
Sparen auf allen Ebenen
Der Vorstand reagiert mit einem drastischen Sparkurs. Die geplanten Investitionen für 2027 bis 2031 sollen von 180 auf 135 Milliarden Euro sinken. Auch das Markenportfolio steht auf dem Prüfstand: Cupra soll bleiben, Seat könnte langfristig auslaufen. Die Beteiligung an Ducati wird geprüft. Außerhalb Chinas plant VW, das Modellangebot bis 2035 zu halbieren.
Holding-Struktur und Machtkampf
Ein besonders heikler Punkt: Konzernchef Blume erwägt die Umwandlung der VW AG in eine Holding. Die Kernmarke Volkswagen und das Komponentengeschäft könnten ausgegliedert werden. Beobachter sehen darin den Versuch, den Einfluss des Landes Niedersachsen und die Mitbestimmungsrechte aus dem VW-Gesetz zu beschneiden.
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Die Arbeitnehmervertreter stellen sich quer. Betriebsratschefin Daniela Cavallo und IG-Metall-Chefin Christiane Benner kündigten auf den Protestkundgebungen in Wolfsburg entschiedenen Widerstand an. Sie bezeichnen den geplanten Stellenabbau als planlos.
Das Land Niedersachsen, das neben den Arbeitnehmervertretern eine Sperrminorität im Aufsichtsrat hält, lehnt Werksschließungen bislang ab. Eine endgültige Entscheidung wird erst in einigen Monaten erwartet. Die bestehende Beschäftigungssicherung gilt eigentlich bis 2030 – bei betriebsbedingten Kündigungen drohen Strafzahlungen von einer Milliarde Euro.
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