Volkswagen verkauft im dritten Quartal 14,3 Prozent weniger Autos
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 10:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWSChina und E-Autos prÀgen die Quartalsbilanz
- Volkswagen lieferte von Juli bis September weltweit 1,89 Millionen Fahrzeuge aus.
- In China gingen die Auslieferungen im dritten Quartal um 38,5 Prozent auf knapp 406.000 Fahrzeuge zurĂŒck.
- FĂŒr vier neue Elektromodelle in Europa liegen laut Konzern fast 150.000 Bestellungen vor.
Volkswagen hat im dritten Quartal weltweit deutlich weniger Fahrzeuge verkauft als ein Jahr zuvor.
RĂŒckgang beschleunigt sich
Von Juli bis September lieferte der Konzern 1,89 Millionen Fahrzeuge aller Marken aus. Das waren 14,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal hatte der RĂŒckgang 8,6 Prozent betragen, zu Jahresbeginn 4,0 Prozent.
In den ersten neun Monaten kam Volkswagen auf gut 6 Millionen Auslieferungen. GegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum entsprach das einem Minus von 9,0 Prozent oder rund 600.000 Fahrzeugen.
China belastet die Bilanz
ZuwĂ€chse in Europa und SĂŒdamerika konnten den Einbruch in China nicht ausgleichen. In den ersten neun Monaten sanken die Auslieferungen in der Volksrepublik um 30,2 Prozent auf 1,38 Millionen Fahrzeuge.
Volkswagen kĂ€mpft dort mit einem rĂŒcklĂ€ufigen Gesamtmarkt, starkem Preisdruck und wachsender Konkurrenz heimischer Hersteller. Audi-Vertriebsvorstand Martin Sander bezeichnete den chinesischen Markt als branchenweite Herausforderung und verwies auf neue, lokal entwickelte Elektromodelle.
Europa bestellt mehr Stromer
In Europa war von Januar bis September jedes fĂŒnfte ausgelieferte Fahrzeug ein reiner Stromer. Insgesamt setzte der Konzern dort gut 586.000 vollelektrische Fahrzeuge ab.
FĂŒr den ID. Polo und die Schwestermodelle VW ID. Cross, Ć koda Epiq und Cupra Raval liegen nach Konzernangaben fast 150.000 Bestellungen vor. Die AuftragseingĂ€nge fĂŒr Elektroautos in Europa stiegen im dritten Quartal um mehr als die HĂ€lfte.
Weltweiter E-Auto-Absatz sinkt
Weltweit gingen die Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge im dritten Quartal um 4,7 Prozent auf gut 240.000 zurĂŒck. In China betrug das Minus 30,1 Prozent, in den USA sogar 86,4 Prozent.
Bei den Marken entwickelte sich das Bild unterschiedlich. Die Kernmarke Volkswagen Pkw verlor 19,3 Prozent, Audi 19,7 Prozent und Porsche 15 Prozent. Ć koda blieb mit 256.700 Auslieferungen stabil, wĂ€hrend Traton seine VerkĂ€ufe um 10,5 Prozent auf rund 78.900 Fahrzeuge steigerte.
China bleibt der zentrale Belastungsfaktor
Der RĂŒckgang bei Volkswagen konzentriert sich besonders stark auf China. Im dritten Quartal sanken die Auslieferungen dort um 38,5 Prozent; damit verschĂ€rfte sich die Entwicklung gegenĂŒber dem ersten Halbjahr. FĂŒr den Konzern ist der Markt strategisch bedeutend, zugleich treffen dort schwache Nachfrage, aggressive Preispolitik und der Aufstieg chinesischer Hersteller aufeinander.
Die Entwicklung fÀllt in eine Phase, in der sich der chinesische Automarkt technologisch und preislich schnell verÀndert. Anbieter aus China bauen ihre Position vor allem bei Elektro- und Hybridfahrzeugen aus. Volkswagen versucht deshalb, mit lokal entwickelten Elektromodellen gegenzusteuern. Der Anstieg elektrifizierter Auslieferungen bei Audi in China zeigt einen Ansatzpunkt, gleicht den Einbruch bei den GesamtverkÀufen aber noch nicht aus.
Europa liefert einen wichtigen Gegenpol
In Europa verschiebt sich die Nachfrage zugunsten vollelektrischer Modelle. DafĂŒr sprechen steigende AuftragseingĂ€nge, ein breiteres Angebot und höhere Kraftstoffpreise. Die von Volkswagen genannten Bestellungen fĂŒr neue Kompaktmodelle verdeutlichen, dass der Konzern auf einen wachsenden Massenmarkt setzt.
FĂŒr die weitere Entwicklung kommt es darauf an, ob diese Nachfrage schnell genug in tatsĂ€chliche Auslieferungen und tragfĂ€hige Margen ĂŒbersetzt werden kann. Zugleich zeigen die rĂŒcklĂ€ufigen weltweiten E-Auto-Zahlen, dass Europa den schwachen Absatz in China und den USA kurzfristig nicht kompensiert. Die Zahlen erhöhen damit den Druck auf Volkswagen, Kosten, Modellpalette und regionale Strategie gleichzeitig anzupassen.

