Jeder, Eintrag

Jeder dritte Eintrag im Lobbyregister beim Bundestag fehlerhaft

23.06.2023 - 08:51:29

Von den rund 6.000 EintrÀgen im Lobbyregister beim Deutschen Bundestag ist ungefÀhr jeder dritte fehlerhaft.

Mehr als 2.000 E-Mails habe die Bundestagsverwaltung bereits an eingetragene Organisationen und Personen verschickt, um sie auf Unstimmigkeiten in ihren EintrÀgen hinzuweisen, berichtet das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" unter Berufung auf einen Vertreter der Behörde. Hinzu seien rund 200 Telefonate gekommen.

Laut Bundestagsverwaltung mussten manche Organisationen mehrfach kontaktiert werden, manche Mails seien aber auch an mehrere Organisationen gegangen. Grund fĂŒr die massenhaften Falschangaben sind offenbar unscharfe und komplexe Vorgaben, die vor allem kleine VerbĂ€nde ĂŒberfordern. Das fĂŒhrt dazu, dass sich etwa der vergleichsweise kleine Deutsche Kanu-Verband plötzlich unter jenen Organisationen fand, die mit das meiste Geld fĂŒr politische Interessenvertretung ausgeben. Auch nach mehrfacher Nachfrage bei der Bundestagsverwaltung sei ihm nicht klar gewesen, welche Ausgaben genau als Interessenvertretung zĂ€hlen und welche nicht, sagte GeneralsekretĂ€r Wolfram Götz dem RND. Inzwischen wurden die Angaben korrigiert. "Dass 2.000 von 6.000 EintrĂ€gen ins Lobbyregister offenbar fehlerhaft sind, ist natĂŒrlich problematisch", sagte Enno Cordes von Transparency International Deutschland. Man erwarte aber, dass sich die Anlaufschwierigkeiten mit der Zeit legen wĂŒrden. "Aller Anfang ist schwer." Die Ampel-Parteien wollen das 2021 von der Großen Koalition beschlossene Lobbyregister verschĂ€rfen. Bruno Hönel, Berichterstatter der GrĂŒnen-Fraktion, wies auf "erhebliche LĂŒcken" hin, "die nur durch eine umfassende Gesetzesreform geschlossen werden können". Nach RĂŒckmeldungen von Eintragungspflichtigen wolle man nun Vorschriften vereinheitlichen. Wie Hönel hinzufĂŒgte, plane die Koalition außerdem, die Bundestagsverwaltung zu stĂ€rken: "Sie wird befĂ€higt, bei offensichtlich widersprĂŒchlichen Eintragungen und konkreten Hinweisen Nachweise fĂŒr veröffentlichte Angaben zu fordern. Offensichtlich missbrĂ€uchliche EintrĂ€ge können dann vollstĂ€ndig oder teilweise aus dem öffentlichen Register entfernt werden." Der Bundestag will an diesem Freitag in erster Lesung ĂŒber Änderungen des Lobbyregistergesetzes beraten.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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