Vonovia stemmt sich gegen Zinsflut mit MilliardenverkÀufen
09.05.2026 - 08:31:16 | boerse-global.deVorstandschef Luka Mucic prĂ€sentierte diese Woche seine erste Bilanz â und die zeigt: Das operative GeschĂ€ft lĂ€uft, aber die Schuldenlast drĂŒckt.
Das operative Ergebnis stieg leicht um 1,4 Prozent auf rund 711,6 Millionen Euro. Getragen wird das Plus vor allem vom KerngeschÀft Vermietung: Hier legte das bereinigte EBITDA um 6,3 Prozent auf 629,7 Millionen Euro zu. Die monatliche Durchschnittsmiete kletterte auf 8,46 Euro pro Quadratmeter, die Vermietungsquote blieb mit 97,7 Prozent hoch.
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Doch der Schein trĂŒgt. Das Nettoergebnis brach von 491,6 auf 210,5 Millionen Euro ein. Grund: massiv gestiegene Zinsaufwendungen.
Der Schuldenberg aus der Deutsche-Wohnen-Ăbernahme
Mit rund 40 Milliarden Euro Nettoverschuldung kĂ€mpft Vonovia noch immer mit den Folgen der milliardenschweren Ăbernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen. Mucics oberste PrioritĂ€t: runter mit den Verbindlichkeiten.
Der Plan ist ambitioniert. Bis 2028 soll der Verschuldungsgrad (Loan-to-Value) von aktuell 45,1 auf rund 40 Prozent sinken. DafĂŒr hat der Konzern ein Verkaufsprogramm ĂŒber fĂŒnf Milliarden Euro aufgelegt. Erste GesprĂ€che mit Investoren laufen bereits.
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Das Modell dahinter heiĂt âAsset-Light": Vonovia verkauft Wohnungen, behĂ€lt aber die Verwaltung als Dienstleister. So flieĂt Kapital rein â und das ServicegeschĂ€ft spĂŒlt weiter Geld in die Kassen. Das Value-Add-Segment steigerte sein bereinigtes EBITDA bereits um 30 Prozent auf 50,1 Millionen Euro.
Neubau? Nur noch selektiv
Die hohen Zinsen bremsen nicht nur die Refinanzierung, sondern auch den Neubau. Vonovia hat die Investitionen in diesem Bereich bereits deutlich zurĂŒckgefahren. Im ersten Quartal flossen insgesamt 442 Millionen Euro in Instandhaltung, Modernisierung und Neubau â ein leichter Anstieg um acht Prozent zum Vorjahr. Der Löwenanteil geht in die energetische Sanierung des Bestands.
Finanzvorstand Philip Grosse warnt vor den geopolitischen Unsicherheiten. Der Konflikt im Nahen Osten habe die VolatilitĂ€t an den MĂ€rkten erhöht und die Kosten fĂŒr neue Finanzierungen vorĂŒbergehend steigen lassen. Die Entwicklung der Zentralbankpolitik bleibe ein entscheidender Faktor.
Prognose bestĂ€tigt â trotz Gegenwind
Trotz der Herausforderungen hĂ€lt Vonovia an den Jahreszielen fest. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 2,95 und 3,05 Milliarden Euro liegen, das bereinigte Ergebnis vor Steuern zwischen 1,9 und 2,0 Milliarden Euro. FĂŒr die Hauptversammlung am 21. Mai ist eine Dividende von 1,25 Euro je Aktie vorgesehen.
Analysten zeigen sich gespalten. 64 Prozent von 22 beobachtenden Experten sprechen eine Kaufempfehlung aus, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 32,67 Euro. Gelobt wird die operative StÀrke, kritisch gesehen bleibt die hohe Verschuldung.
Langfristig will Mucic das operative Ergebnis bis 2028 auf bis zu 3,5 Milliarden Euro steigern. Die Segmente auĂerhalb der Vermietung sollen dann 25 Prozent zum Gesamtergebnis beitragen. Ob das gelingt, hĂ€ngt vor allem von einer Frage ab: Wie schnell lĂ€sst sich der Schuldenberg abbauen, ohne die ZukunftsfĂ€higkeit des Konzerns zu gefĂ€hrden?
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