Studie: Die Zeiten fĂŒr Banken werden hĂ€rter
10.04.2025 - 05:00:36Auf Europas etablierte Banken kommen laut einer Analyse der Unternehmensberatung Strategy& hĂ€rtere Zeiten zu. Die Finanzfachleute sehen dafĂŒr zwei Ursachen: das Ende der Sonderkonjunktur fĂŒr die Finanzbranche, die nach der Zinswende 2022 einsetzte, und das Erstarken der digitalen Neobanken, die die etablierten Platzhirsche herausfordern. Strategy& ist Teil der internationalen WirtschaftsprĂŒfungsgesellschaft PwC, Gegenstand der Studie waren ausschlieĂlich die Privatkundenbanken.
Gute Zeiten fĂŒr die Etablierten nĂ€hern sich dem Ende
Im vergangenen Jahr sind die Gewinne der europĂ€ischen Geldinstitute demnach im Schnitt noch einmal um vier Prozent gestiegen, bedingt durch die höheren Zinsen. Doch auch die Kosten haben um 3 Prozent angezogen, und die Phase des zinsbedingten RĂŒckenwinds nĂ€hert sich nach EinschĂ€tzung der Autorinnen und Autoren ihrem Ende.Â
Herausforderer werden gröĂer und gröĂer
Gleichzeitig werden die sogenannten Neobanken und Zahlungsdienstleister gröĂer, die unter Verzicht auf GeschĂ€ftsstellen ausschlieĂlich digital aktiv sind. Mehrere dieser Unternehmen haben sich zu internationalen GröĂen mit Kundenzahlen in zweistelliger Millionenhöhe entwickelt. Als ein Beispiel wird in der Studie der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna genannt, der ĂŒber eine Banklizenz verfĂŒgt, nach Unternehmensangaben mittlerweile 93 Millionen Nutzer hat und in 26 LĂ€ndern aktiv ist. Die Strategy&-Fachleute erwarten, dass die gröĂten Neobanken noch weiter wachsen und die etablierten GeldhĂ€user bedrĂ€ngen werden.
... sind aber weniger profitabel
Auf der anderen Seite sind die traditionellen Banken der Analyse zufolge immer noch weit profitabler als die digitalen Konkurrenten, obwohl jene teure GeschÀftsstellennetze unterhalten. Die profitabelste Neobank erwirtschaftete der Analyse zufolge im vergangenen Jahr im Schnitt lediglich 208 Euro Ertrag pro Kunde. Zum Vergleich: Deutsche Privatkundenbanken erzielten demnach im Schnitt mit jedem Kunden einen mehr als dreimal so hohen Ertrag, nÀmlich 668 Euro.


