Lindner: Keine zusĂ€tzlichen Zahlungen fĂŒr EU-Haushalt
16.06.2023 - 04:41:08Bundesfinanzminister Christian Lindner sieht keinen Spielraum fĂŒr zusĂ€tzliche deutsche Zahlungen in den EU-Haushalt. Die Haushaltslage in Deutschland sei angespannt, sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur und anderen Mitgliedern des EuropĂ€ischen Newsroom in BrĂŒssel in einem Interview. «Angesichts der notwendigen KĂŒrzungen in unserem nationalen Haushalt können wir derzeit keine zusĂ€tzlichen BeitrĂ€ge zum Haushalt der EuropĂ€ischen Union zeichnen.» Anderen Mitgliedstaaten gehe es Ă€hnlich.
Unter anderem wegen der hohen Kosten fĂŒr die UnterstĂŒtzung der Ukraine ist der langjĂ€hrige Haushalt der EU fĂŒr die Jahre 2021 bis 2027 nach Kommissionsangaben «bis zum Maximum ausgereizt». Derzeit wird er ĂŒberprĂŒft. Am 20. Juni will die Kommission die Ergebnisse der Revision vorstellen.
Es sei zu erwarten, dass die EU-Kommission im Zuge der Revision weitere Mittel fordern werde, sagte Lindner. Er mahnte, vor potenziellen Beitragserhöhungen fĂŒr die EU-LĂ€nder sollte der zusĂ€tzliche Finanzbedarf durch Umschichtungen oder durch die Nutzung bestehender SpielrĂ€ume im Haushalt der EU fĂŒr unvorhergesehene Ereignisse gedeckt werden. Es mĂŒsse eine klare PrioritĂ€tensetzung geben, «die sich auf den unvermeidlichen zusĂ€tzlichen Finanzierungsbedarf konzentriert, der sich zum Beispiel aus den rechtlichen Verpflichtungen der EU ergibt».
Heute treffen sich die EU-Finanzminister in Luxemburg. Auf der Tagesordnung steht vor allem die Diskussion um ReformplĂ€ne fĂŒr die EU-Schuldenregeln.


