Tesla-Anschlag, Ermittlungen

Nach Tesla-Anschlag noch kein Ende der Ermittlungen absehbar

05.06.2024 - 04:28:44

Vor drei Monaten stoppt ein Anschlag zeitweise die Autoproduktion von US-Autobauer Tesla. Es gibt ein Bekennerschreiben, der Generalbundesanwalt ĂŒbernimmt das Verfahren. Wie weit ist es?

Drei Monate nach dem Anschlag auf die Stromversorgung von US-Elektroautobauer Tesla ist noch kein Ende der Ermittlungen absehbar. Die Ermittlungen dauerten an, sagte eine Sprecherin des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof der Deutschen Presse-Agentur.

Nach ihren Angaben besteht weiter der Anfangsverdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungs­feindlichen Sabotage sowie der gemeinschaftlichen Brandstiftung. Zeitliche Prognosen zum Abschluss des Verfahrens seien nicht möglich.

Bisher unbekannte TĂ€ter hatten am 5. MĂ€rz Feuer an einem Strommast gelegt, der Teil der Stromversorgung des Tesla-Werks ist. Das fĂŒhrte zu einem Stromausfall. Die Autoproduktion von Tesla lag fast eine Woche lang auf Eis. Der Ausfall traf aber auch ein Edeka-Verteilzentrum, es kam zu Lieferproblemen in Berlin und Brandenburg mit frischer Ware.

Die linksextreme «Vulkangruppe» erklĂ€rte, sie sei fĂŒr den Anschlag verantwortlich. Der Generalbundesanwalt ĂŒbernahm die Ermittlungen wenige Tage nach dem Anschlag. Die Kosten fĂŒr das Wiederherstellen der Stromversorgung fĂŒr die Tesla-Fabrik lagen nach einer SchĂ€tzung des regionalen Netzbetreibers Edis bei mehr als einer Million Euro.

Der Protest gegen Tesla nimmt zu

Tesla sieht sich einem zunehmenden Widerstand gegenĂŒber. Die europaweit einzige Autofabrik von Tesla-Chef Elon Musk öffnete vor rund zwei Jahren in GrĂŒnheide. UmweltschĂŒtzer und Anwohner hatten schon wĂ€hrend des Baus Bedenken. In diesem Jahr nahmen die Proteste drastisch zu. Seit Ende Februar campieren Umweltaktivisten im Wald nahe dem Werk. Sie protestieren gegen eine geplante Erweiterung des FabrikgelĂ€ndes zum Bau eines GĂŒterbahnhofs und von LogistikflĂ€chen. DafĂŒr soll Wald gerodet werden.

Bei einer BĂŒrgerbefragung in GrĂŒnheide stimmte die deutliche Mehrheit gegen die Erweiterung. Der Bebauungsplan wurde geĂ€ndert, so dass weniger Wald gerodet werden muss. Die Gemeindevertreter des 9000-Einwohner-Ortes stimmten schließlich fĂŒr die Erweiterung. Im Mai versuchten Umweltaktivisten wĂ€hrend Protesttagen, das Tesla-GelĂ€nde zu stĂŒrmen, was die Polizei verhinderte. Es kam zu Ausschreitungen.

Musk setzt weiter auf Ausbau

Tesla-Chef Musk machte bei einem Fabrikbesuch Mitte MÀrz deutlich, dass er trotz des Anschlags auf die Stromversorgung und trotz anhaltender Proteste am geplanten Ausbau seines Werks festhÀlt.

Der Autobauer fĂ€hrt die Autoproduktion in GrĂŒnheide an fĂŒnf Tagen im Juni komplett herunter. Tesla begrĂŒndet die geplanten Pausen mit Upgrades der Fertigungsanlagen zur Steigerung der Effizienz und der Optimierung von VerfĂŒgbarkeiten und Taktzeiten.

@ dpa.de