VW-Arbeitszeit: Sachsens MinisterprÀsident fordert 40-Stunden-Woche
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 10:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der anhaltenden Debatte um die wirtschaftliche Zukunft von Volkswagen hat sich der sĂ€chsische MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU) am 31. August 2026 fĂŒr eine Ausweitung der Arbeitszeit ausgesprochen. Der Regierungschef sieht in lĂ€ngeren Einsatzzeiten eine mögliche Option, um die WettbewerbsfĂ€higkeit des Automobilherstellers zu sichern.
Kostendruck und Effizienz am Standort Zwickau
Michael Kretschmer begrĂŒndete seinen VorstoĂ am Montag im ZDF-Morgenmagazin mit der hohen Kostenstruktur in Deutschland. Er erklĂ€rte, das Land sei derzeit zu teuer, weshalb Anpassungen notwendig seien. Dabei betonte der MinisterprĂ€sident, dass die Löhne der BeschĂ€ftigten nicht sinken sollten.
Bereits am 29. August 2026 hatte Kretschmer die EinfĂŒhrung einer 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich fĂŒr Volkswagen gefordert. Trotz der schwierigen Gesamtlage hob er die QualitĂ€t der sĂ€chsischen Produktion hervor und bezeichnete das VW-Werk in Zwickau als den effizientesten Standort des Konzerns in Deutschland.
Diese EinschÀtzung steht vor dem Hintergrund einer kritischen Bewertung der Arbeitskosten durch das Konzernmanagement. VW-Chef Oliver Blume hatte bereits Ende August festgestellt, dass die Arbeitskosten bei Volkswagen doppelt so hoch seien wie an vergleichbaren Standorten im europÀischen Ausland.
Blume sieht fĂŒr die Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm derzeit keine wettbewerbsfĂ€hige Belegung fĂŒr die 2030er-Jahre und schlieĂt WerksschlieĂungen als letzte Konsequenz nicht mehr aus.
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Widerstand von Arbeitnehmervertretern und Politik
Die VorschlĂ€ge des MinisterprĂ€sidenten stieĂen bei der Arbeitnehmervertretung und in Teilen der Politik auf deutliche Ablehnung. Die IG Metall wies die Forderungen Kretschmers bereits am 29. August 2026 zurĂŒck.
Nach EinschĂ€tzung der Gewerkschaft seien die Produktionskosten nicht der entscheidende Faktor fĂŒr die aktuelle Krise des Automobilbauers. Auch das BĂŒndnis Sahra Wagenknecht (BSW) kritisierte die Lage und erklĂ€rte, das Werk leide primĂ€r unter einer mangelnden Auslastung der vorhandenen KapazitĂ€ten.
Der VW-Betriebsrat in Zwickau warnte am 30. August 2026 ausdrĂŒcklich vor einer VerlĂ€ngerung der Arbeitszeiten. Die Arbeitnehmervertreter wiesen darauf hin, dass ein GroĂteil der Belegschaft durch Sonderschichten bereits faktisch eine 39-Stunden-Woche leiste. Eine weitere Erhöhung der Arbeitszeit könne nach Ansicht des Betriebsrates sogar den Verlust von ArbeitsplĂ€tzen beschleunigen, da die vorhandene Arbeit auf weniger Köpfe verteilt wĂŒrde.
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KapazitÀtsprobleme und Stellenabbau in Zwickau
Die wirtschaftliche Situation im Zwickauer Werk ist von einem deutlichen RĂŒckgang der BeschĂ€ftigtenzahlen geprĂ€gt. Seit dem Jahr 2020 sank die Zahl der Stellen am Standort von ursprĂŒnglich 11.000 auf derzeit 8.000. Ein weiterer Abbau von 1.000 Stellen ist bereits in Planung.
Auch die Produktionszahlen verdeutlichen die angespannte Lage. FĂŒr das Jahr 2026 werden in Zwickau lediglich 202.000 produzierte Fahrzeuge erwartet. Damit bleibt das Werk weit hinter seiner theoretischen KapazitĂ€t von 360.000 Einheiten zurĂŒck.
Infolge dieser Unterauslastung ist bereits fĂŒr das Jahr 2027 die Stilllegung einer kompletten Fertigungslinie vorgesehen. Die Diskussion um die Arbeitszeitgestaltung bleibt somit eng mit der Frage verknĂŒpft, wie die Auslastung der deutschen Standorte langfristig gesichert werden kann.
