VW-, Audi- und Seat-Rückruf: Fast eine Million Autos in Deutschland betroffen
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 14:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWSVolkswagen, Audi und Seat rufen weltweit mehrere Millionen Fahrzeuge zurück, weil Korrosion an einer Befestigungsschraube die Lenkung beeinträchtigen kann.
Volkswagen-Modelle betroffen
In Deutschland sind nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes mindestens gut 950.000 Fahrzeuge betroffen. Volkswagen bestätigte den vorsorglichen Rückruf. Bei bestimmten Fahrzeugen könne eine Verschraubung der Lenkung unter Umwelteinflüssen und nach langjährigem Betrieb unter Streusalzeinwirkung korrodieren.
Schreite die Korrosion fort, könne die Befestigung der Lenkung und damit ihre Funktion beeinträchtigt werden. Weltweit geht es bei den Volkswagen-Modellen Tiguan, Touran, Golf Variant, Golf Sportsvan und Caddy um fast 2,16 Millionen Fahrzeuge, davon knapp 900.000 in Deutschland.
Reparatur dauert bis zu eine Stunde
Die betroffenen Halter sollen ihre Fahrzeuge zum Austausch der Verschraubung in einen Servicebetrieb bringen. Die Instandsetzung soll bis zu eine Stunde dauern.
Audi Q3 ebenfalls betroffen
Auch der Audi Q3 ist betroffen, wenn er zwischen Oktober 2017 und Mai 2024 hergestellt wurde. Nach KBA-Angaben geht es weltweit um fast 700.000 Fahrzeuge, davon gut 58.500 in Deutschland. Audi erklärte, bislang seien in diesem Zusammenhang keine Personen- oder weitergehenden Sachschäden bekannt.
Seat-Modelle im Rückruf
Für die Seat-Modelle Ateca und Tarraco gilt der Rückruf für Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum April 2016 bis September 2024. Die genaue Zahl der betroffenen Seat-Fahrzeuge war zunächst nicht bekannt. Für andere Konzernmarken wie Skoda lagen zunächst keine Informationen in der KBA-Datenbank vor.
Korrosion als Sicherheitsrisiko
Der Rückruf betrifft Fahrzeuge aus einem langen Produktionszeitraum und mehrere weit verbreitete Baureihen. Entscheidend ist nicht ein elektronischer Softwarefehler, sondern eine mechanische Befestigung der Lenkung. Streusalz und Feuchtigkeit können Korrosion begünstigen; dadurch kann die Verbindung geschwächt werden und die Lenkfunktion beeinträchtigt werden.
Die Größenordnung ist erheblich: Allein in Deutschland sind nach den Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes mehr als 950.000 Fahrzeuge von Volkswagen und Audi erfasst, weltweit annähernd 2,9 Millionen. Hinzu kommen die Modelle der Marke Seat, für die eine genaue Zahl zunächst nicht vorlag. Die breite zeitliche Spanne bedeutet, dass auch Fahrzeuge betroffen sein können, die bereits mehrere Jahre zugelassen sind.
Was Halter jetzt beachten sollten
Für Halter betroffener Fahrzeuge ist der entscheidende nächste Schritt die Prüfung, ob das eigene Auto über die Fahrzeug-Identifizierungsnummer in der Rückrufaktion geführt wird. Der Austausch der Verschraubung soll kostenlos erfolgen und bis zu eine Stunde dauern. Bis zum Werkstatttermin bleibt besonders bei Fahrzeugen in Regionen mit regelmäßigem Streusalzeinsatz Aufmerksamkeit für Auffälligkeiten an der Lenkung wichtig. Der Rückruf zeigt zugleich, dass sicherheitsrelevante Bauteile auch nach Jahren und unabhängig von der üblichen Wartung überprüft werden müssen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
NDR: „Große Rückrufaktion bei Volkswagen: Lenkung könnte ausfallen“ (25.09.2026)
Der Bericht bestätige den vorsorglichen Rückruf von rund 900.000 Volkswagen-Fahrzeugen in Deutschland und beschreibe Korrosion an einer Schraube der Lenkung als mögliches Risiko. Er hebe zusätzlich hervor, dass Halter die Betroffenheit anhand der Fahrzeug-Identifizierungsnummer prüfen könnten, und nenne ergänzende Angaben zur kostenlosen Reparatur. Die Seat-Fahrzeuge und die konzernweite Größenordnung stünden dabei weniger im Mittelpunkt als bei der Agenturmeldung.
Nach Darstellung des Artikels gehe Volkswagen davon aus, dass nur ein kleiner Anteil der zurückgerufenen Fahrzeuge tatsächlich einen Defekt aufweise. Zugleich bestätige der Bericht, dass ein Ausfall der Lenkung bei einem Bruch der Befestigung möglich sei.
