Volkswagen, IG Metall

VW-BeschĂ€ftigte drĂ€ngen auf GesprĂ€che ĂŒber Zukunftstarifvertrag

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 22:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach der Einigung im VW-Aufsichtsrat auf einen schĂ€rferen Sparkurs fordert die IG Metall GesprĂ€che ĂŒber die zugesagten Zukunftsinvestitionen. Volkswagen sagt Verhandlungen zu und verweist auf verĂ€nderte Rahmenbedingungen.

  • Die Arbeitnehmerseite drĂ€ngt auf GesprĂ€che mit dem VW-Vorstand. (Archivbild) - Bild: Moritz Frankenberg/dpa
    Die Arbeitnehmerseite drÀngt auf GesprÀche mit dem VW-Vorstand. (Archivbild) - Bild: Moritz Frankenberg/dpa
  • Gröger: «Vertragstreue ist keine Einbahnstraße». - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
    Gröger: «Vertragstreue ist keine Einbahnstraße». - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
  • Meiswinkel: Das Recht zum GesprĂ€ch steht auch dem Unternehmen zu. (Archvibild) - Bild: Moritz Frankenberg/dpa
    Meiswinkel: Das Recht zum GesprÀch steht auch dem Unternehmen zu. (Archvibild) - Bild: Moritz Frankenberg/dpa
Die Arbeitnehmerseite drĂ€ngt auf GesprĂ€che mit dem VW-Vorstand. (Archivbild) - Bild: Moritz Frankenberg/dpa Gröger: «Vertragstreue ist keine Einbahnstraße». - Bild: Julian Stratenschulte/dpa Meiswinkel: Das Recht zum GesprĂ€ch steht auch dem Unternehmen zu. (Archvibild) - Bild: Moritz Frankenberg/dpa

Nach der Einigung im VW-Aufsichtsrat auf einen schÀrferen Sparkurs drÀngt die Arbeitnehmerseite auf GesprÀche mit dem Management.

IG Metall fordert Klarheit

Die Tarifkommission der IG Metall beschloss einstimmig, eine Klausel aus dem Zukunftstarifvertrag von Ende 2024 in Anspruch zu nehmen. Die Gewerkschaft will dabei prĂŒfen, ob die vereinbarten Zusagen zu neuen Modellen, Zukunftsprodukten und modernen Produktionsverfahren eingehalten werden.

Der niedersĂ€chsische IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger sagte, Vertragstreue sei keine Einbahnstraße. Zugleich machte die Gewerkschaft deutlich, dass das Verfahren weder den Tarifvertrag kĂŒndige noch die vereinbarte BeschĂ€ftigungssicherung antaste.

VW stellt sich auf GesprÀche ein

Volkswagen begrĂŒĂŸte den Schritt und erklĂ€rte, fĂŒr GesprĂ€che zur VerfĂŒgung zu stehen. Der Personalvorstand der Marke Volkswagen, Arne Meiswinkel, verwies darauf, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seit Ende 2024 grundlegend verĂ€ndert hĂ€tten.

Der Konzern begrĂŒndet den zusĂ€tzlichen Druck mit schwĂ€cherem Absatz, Handelsbarrieren, geopolitischen Spannungen und wachsendem Wettbewerb aus China. Vorstand und Aufsichtsrat seien ĂŒbereinstimmend der Ansicht, dass die Ende 2024 vereinbarten Maßnahmen nicht ausreichten, um die angestrebte operative Umsatzrendite von neun Prozent zu erreichen.

Großer Umbau steht bevor

Der Aufsichtsrat hatte sich bereits vergangene Woche auf einen Zukunftsplan verstÀndigt. VW-Chef Oliver Blume will den Konzern weiter umbauen und weltweit rund 50.000 Stellen streichen; die HÀlfte davon könnte auf deutsche Standorte entfallen.

Besonders im Blick stehen Emden, Zwickau, Hannover und der Audi-Standort Neckarsulm. FĂŒr die vier Werke gibt es bislang keine wettbewerbsfĂ€hige Folgebelegung, Schließungen wurden aber nicht beschlossen. Die GesprĂ€che zwischen Konzern und Arbeitnehmern dĂŒrften damit zu einem frĂŒhen Test dafĂŒr werden, wie belastbar die Zusagen aus dem Tarifabschluss von 2024 noch sind.

VW unter Druck

Der Konflikt bei Volkswagen zeigt, wie eng Tarifpolitik und Konzernumbau inzwischen miteinander verknĂŒpft sind. Nach dem harten Abschluss Ende 2024 stehen die zugesagten Investitionen und Produktentscheidungen nun im Mittelpunkt, weil die BeschĂ€ftigten ihre ZugestĂ€ndnisse an konkrete Zukunftsperspektiven gebunden haben.

Streit um VerlÀsslichkeit

FĂŒr den Konzern geht es nicht nur um Kostensenkung, sondern um die Frage, ob sich die ehrgeizigen Renditeziele mit der bestehenden Struktur noch erreichen lassen. Die von VW skizzierte VerschĂ€rfung des Sparkurses und der geplante Stellenabbau erhöhen den Druck auf die Standorte in Deutschland und verschĂ€rfen die Unsicherheit in den Belegschaften.

Signalwirkung ĂŒber Wolfsburg hinaus

Die anstehenden GesprĂ€che haben deshalb ĂŒber den Einzelfall hinaus Bedeutung. Sie zeigen, wie stark die europĂ€ische Autoindustrie derzeit von schwĂ€cheren Margen, höherem Wettbewerbsdruck und teuren Transformationsinvestitionen geprĂ€gt ist. FĂŒr BeschĂ€ftigte, Zulieferer und Regionen mit VW-Standorten ist entscheidend, ob der Konzern die angekĂŒndigten Zukunftsprojekte tatsĂ€chlich mit Tempo unterlegt oder den Umbau weiter streckt.

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